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Kathmedia | Fundamentaltheologie Plus

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Plotinus und der neuplatonische Beweis

Fundamentaltheologie Plus - Ep 1.4.1.3.

Veröffentlichung:20.12.2022

Das Video erläutert den neuplatonischen Gottesbeweis, der auf den Gedanken des Philosophen Plotin zurückgeht und später von christlichen Denkern weiterentwickelt wurde. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass alle zusammengesetzten Dinge aus Teilen bestehen und nur als Ganzes existieren können, weil ihre Bestandteile miteinander verbunden sind. Das Video untersucht deshalb die Frage, wodurch diese Einheit entsteht und ob es eine letzte Ursache geben muss, die alle Zusammensetzungen ermöglicht. Dabei wird das Konzept des Einen entwickelt, das vollkommen einfach, unteilbar, unveränderlich und unabhängig von allem anderen existiert. Dieses Eine wird schließlich mit dem philosophischen Begriff Gottes in Verbindung gebracht. Darüber hinaus werden verschiedene Einwände gegen dieses Argument vorgestellt und diskutiert, etwa die Frage, ob Naturgesetze oder die Teile selbst die Einheit eines Ganzen erklären könnten. Das Medium vermittelt damit einen anschaulichen Einblick in die neuplatonische Philosophie und ihre Bedeutung für das philosophische Nachdenken über Gott.

In den Dingen, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen, nehmen wir gleichzeitig wahr, dass sie aus Teilen bestehen. Bücher haben Seiten, eine Bindung, ein Cover. Stühle haben Sitzflächen, eine Lehne und Beine. Bienen haben Facettenaugen, Beine, Flügel und einen Stachel, der für uns schmerzhaft sein kann.

Wir verstehen auch, dass ein Teil irgendwie geringer ist als das Ganze. Aber man könnte auch sagen, dass Teile fundamentaler sind, weil das Ganze ohne sie nicht existieren kann. Und es reicht dabei nicht, dass man alle diese Teile auf einen Haufen wirft. Sie müssen so kombiniert werden, dass sie das Ganze ergeben. Sie müssen, obwohl jeder Teil selbst eine Form besitzt, eine gemeinsame Form erhalten. Bei Werkstücken kommt diese Form von aussen, von dem der das Werkstück herstellt; bei Lebewesen entwickelt sich diese Einheit von innen her – Aristoteliker würden hier von der anima sprechen.

Was nun ist die Ursache dafür, dass die Teile ein Ganzes ergeben? Und was hat das mit Gott zu tun?

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Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht sowie den Philosophieunterricht der gymnasialen Oberstufe im Themenbereich Gottesbeweise, Religionsphilosophie und antike Philosophie. Als Einstieg können Lernenden verschiedene Gegenstände betrachten und beschreiben, aus welchen Teilen sie bestehen und wodurch diese Teile ein Ganzes bilden. Während des Videos können sie den Argumentationsgang in Form einer Mindmap oder eines Flussdiagramms dokumentieren. Anschließend bietet sich eine gemeinsame Analyse der Begriffe Teil, Ganzes, Einheit, Ursache, Komposition und das Eine an. Besonders gewinnbringend ist ein Vergleich zwischen dem neuplatonischen Gottesbeweis, dem aristotelischen Gottesbeweis und dem rationalistischen Gottesbeweis nach Leibniz. Ebenso können Lernenden diskutieren, ob Naturgesetze allein die Einheit der Wirklichkeit erklären oder ob eine letzte Ursache notwendig erscheint. Eine Debatte über die Frage, ob philosophische Argumente tatsächlich Aussagen über Gott ermöglichen oder lediglich Denkmodelle darstellen, fördert die Urteilskompetenz und die Fähigkeit zur philosophischen Reflexion. Das Medium eignet sich darüber hinaus zur Förderung des abstrakten Denkens und zeigt eindrucksvoll, wie philosophische Argumentationen Schritt für Schritt aufgebaut werden.

Fragestellungen zum Video mit Antworten


1. Was ist der Ausgangspunkt des neuplatonischen Gottesbeweises?

Der Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass alle zusammengesetzten Dinge aus einzelnen Teilen bestehen und dennoch eine Einheit bilden.


2. Welche zentrale Frage stellt das Argument?

Es fragt, wodurch die einzelnen Teile eines Gegenstandes zu einem Ganzen verbunden werden.


3. Warum reicht die Existenz der einzelnen Teile nicht aus?

Weil die Teile allein noch kein Ganzes bilden. Es braucht etwas, das ihre Einheit ermöglicht.


4. Was versteht Plotin unter dem Einen?

Das Eine ist die erste Ursache aller Einheit. Es ist vollkommen einfach, unteilbar und unabhängig von allem anderen.


5. Warum kann das Eine keine Teile besitzen?

Weil etwas mit Teilen selbst wieder zusammengesetzt wäre und deshalb einer weiteren Erklärung bedürfte.


6. Welche Eigenschaften besitzt das Eine nach dem Video?

Es ist eins, unveränderlich, ewig, einfach und die letzte Ursache aller Einheit.


7. Warum wird das Eine mit Gott in Verbindung gebracht?

Weil es als letzte, unabhängige Ursache aller Wirklichkeit verstanden wird und damit den philosophischen Gottesbegriff erfüllt.


8. Welche Rolle spielt Aristoteles im Video?

Das Video zeigt, dass der neuplatonische Gottesbeweis eng mit dem aristotelischen Gedanken des unbewegten Bewegers verbunden ist.


9. Welche Kritik wird am neuplatonischen Gottesbeweis geäußert?

Es wird gefragt, ob nicht Naturgesetze oder einzelne Bestandteile selbst die Einheit eines Ganzen erklären könnten.


10. Wie antwortet das Video auf diese Kritik?

Es argumentiert, dass Naturgesetze lediglich Regelmäßigkeiten beschreiben, aber nicht den letzten Grund dafür liefern, warum überhaupt Einheit entsteht.


11. Was bedeutet die Analogie im Zusammenhang mit Gott?

Begriffe wie Verstand, Macht oder Güte beschreiben Gott nicht in derselben Weise wie Menschen. Sie werden analog verwendet und sind nur Annäherungen an Gottes Wirklichkeit.


12. Welche Bedeutung hat der neuplatonische Gottesbeweis für die Religionsphilosophie?

Er versucht mit philosophischen Mitteln zu zeigen, dass die Existenz einer letzten Ursache oder eines höchsten Prinzips vernünftig begründet werden kann und eröffnet damit einen Zugang zum philosophischen Gottesbegriff.

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