Wirksamkeitsforschung in der Religionsdidaktik untersucht systematisch, ob spezifische Unterrichtsinterventionen messbare und statistisch signifikante Effekte auf religiöses Lernen und religiöse Bildung haben. Der Artikel definiert Wirksamkeit als kausalen Zusammenhang zwischen einer Maßnahme und einer messbaren Veränderung eines Phänomens zu zwei Zeitpunkten (Prä- und Postmessung), wobei eine theoretisch plausible Erklärung für den Kausalzusammenhang erforderlich ist. Das grundlegende Forschungsdesign vergleicht Veränderungen in einer Untersuchungsgruppe (mit Intervention) und einer Kontrollgruppe (ohne oder mit alternativer Intervention), wobei beide Gruppen sich nur im zu testenden Merkmal unterscheiden sollen. Der Artikel unterscheidet zwischen Efficacy-Studien, die unter kontrollierten klinischen Bedingungen mit Randomisierung durchgeführt werden (Goldstandard), und Effectiveness-Studien, die unter natürlichen Bedingungen stattfinden und höhere externe Validität bieten. Verschiedene Forschungsdesigns wie Prä-Post-Designs, Regressionsmodelle, Strukturgleichungsmodelle, fachdidaktische Entwicklungsforschung und qualitative Designs ermöglichen unterschiedliche Ansätze zur Überprüfung von Wirksamkeit. Der Autor betont, dass Wirksamkeitsforschung notwendig ist, um empirische Evidenz für religionsdidaktische Praktiken zu generieren und damit den Anteil spekulativer oder anekdotischer Argumente in der Fachdiskussion zu verringern.