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Bistum PassauBischof Stefan Oster

Bistum Passau,

Bischof Stefan Oster

Die große Geschichte vom Heimkommen

Veröffentlichung:23.5.2023

Das Video widmet sich dem Gleichnis vom verlorenen Sohn im fünfzehnten Kapitel des Lukasevangeliums und erschließt dessen tiefere spirituelle und anthropologische Dimensionen. Ausgehend vom biblischen Kontext, in dem Jesus vor Zöllnern, Sündern, Pharisäern und Schriftgelehrten spricht, wird die bekannte Erzählung als Geschichte von Freiheit, Entfremdung, Umkehr und Heimkehr gedeutet. Der jüngere Sohn steht für den Menschen, der sein Leben unabhängig von Gott gestalten möchte und dabei in innere Leere, Isolation und Abhängigkeit gerät. Die Rückkehr zum Vater wird als Weg der Umkehr und als Wiederentdeckung der eigenen Würde verstanden. Zugleich rückt das Video die Figur des Vaters in den Mittelpunkt, dessen bedingungslose Liebe, Sehnsucht und Barmherzigkeit alle menschlichen Erwartungen übersteigen. Auch der ältere Sohn wird als wichtige Identifikationsfigur dargestellt, da er trotz äußerer Nähe zum Vater innerlich von ihm entfernt bleibt. Das Gleichnis erscheint so als Erzählung über Gottes grenzenlose Liebe und die Einladung an alle Menschen, sich von ihm finden und nach Hause holen zu lassen.

„Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht! Da teilte der Vater das Vermögen unter sie auf …“ (Lk 15, 11– 32) – so beginnt eines der bekanntesten Gleichnisse der Bibel. Es ist nicht nur eine Beschreibung eines Ereignisses, sondern es erzählt von zwei verlorenen Söhnen, ihrem barmherzigen Vater und die große Geschichte vom Heimkommen, wodurch wir mehr und mehr sehen können, wie der Vater ist.

Jesus erzählte vom Reich Gottes oft in Gleichnissen, wie auch dieses Mal. Sie beinhalten etwas von den "Geheimnissen des Reiches" (Lk 8,10) und helfen uns, mehr zu verstehen, wie das Reich Gottes ist. Bei "Believe and Pray" sprach Bischof Stefan Oster in der letzten Vortragsreihe über das Gleichnis vom verlorenen Sohn.

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Für den Religionsunterricht bietet das Video vielfältige Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit zentralen Themen christlicher Anthropologie und Theologie. Das Gleichnis eignet sich besonders für Unterrichtseinheiten zu Schuld, Vergebung, Freiheit, Umkehr, Gottesbildern und Versöhnung. Als Einstieg können die Lernenden Situationen sammeln, in denen Menschen Fehler machen, scheitern oder neu anfangen müssen. Anschließend kann die Erzählung arbeitsteilig erschlossen werden, indem verschiedene Gruppen die Perspektive des jüngeren Sohnes, des älteren Sohnes oder des Vaters untersuchen. Besonders gewinnbringend ist die Analyse der unterschiedlichen Freiheitsvorstellungen im Gleichnis. Die Lernenden können diskutieren, ob Freiheit vor allem Unabhängigkeit bedeutet oder ob Freiheit auch durch Beziehungen, Vertrauen und Verantwortung geprägt wird. Methodisch bieten sich Standbilder, Rollenspiele, innere Monologe oder kreative Schreibaufgaben an, etwa ein Tagebucheintrag des jüngeren Sohnes während seiner Zeit im fernen Land oder ein Brief des Vaters an seine beiden Söhne. In höheren Jahrgangsstufen kann die Symbolik des Gleichnisses vertieft werden, beispielsweise die Bedeutung des fernen Landes, der Heimkehr, des Festmahls oder des offenen Schlusses. Ebenso eignet sich das Video zur Reflexion über unterschiedliche Gottesbilder und zur Frage, wie Menschen Vergebung erfahren und Versöhnung gestalten können. Das Medium eröffnet darüber hinaus Zugänge zu spirituellen Themen wie Gebet, Selbstreflexion, Gewissen und Neubeginn und fördert die Fähigkeit, biblische Texte auf eigene Lebenserfahrungen zu beziehen.

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Sekundarstufe II | Q1 Jesus Christus – das menschgewordene Wort Gottes

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