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Welcher Staat für die Palästinenser?

Mit offenen Karten | ARTE

Veröffentlichung:21.1.2023

Dieses Video erzählt die Geschichte der Palästinenser seit dem Zweiten Weltkrieg.

Verstreut in aller Herren Länder, harren 14 Millionen Palästinenser weiter auf die Schaffung eines eigenen Staates. Doch in Anbetracht der regionalen politischen Unruhen erscheint ihr Anliegen inzwischen zweitrangig. Vor dem Hintergrund der Wiederwahl von Benjamin Netanjahu in Israel und der politischen Wirren: Wer bemüht sich heute noch darum, den Dialog wieder aufzunehmen?

Die Aussicht auf die Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates, 1993 scheinbar zum Greifen nah, rückte in den letzten 30 Jahren immer weiter in die Ferne. Politisch motivierte Attentate, blutige Aufstände, extremistische Tendenzen, Polizeirepression – keine idealen Voraussetzungen für eine Zweistaatenlösung. Verstreut in aller Herren Länder, harren 14 Millionen Palästinenser weiter auf die Schaffung eines eigenen Staates. Doch im Laufe der Zeit und in Anbetracht der regionalen politischen Unruhen erscheint ihr Anliegen inzwischen zweitrangig. Vor dem Hintergrund der Wiederwahl von Benjamin Netanjahu in Israel und der politischen Wirren zwischen Fatah, Hamas und Islamischem Dschihad in den Palästinensergebieten: Wer bemüht sich heute noch darum, den Dialog wieder aufzunehmen?

Das Video bietet eine ausführliche historische und politische Einführung in den Nahostkonflikt aus palästinensischer Perspektive. Ausgangspunkt ist die Frage, weshalb die angestrebte Zweistaatenlösung auch dreißig Jahre nach dem Oslo Abkommen von 1993 nicht verwirklicht werden konnte. Das Video zeichnet die Entwicklung von der britischen Mandatszeit über die Gründung des Staates Israel im Jahr 1948, die Flucht und Vertreibung vieler Palästinenser, die Kriege von 1948 und 1967 sowie die Besetzung des Westjordanlandes und des Gazastreifens bis in die Gegenwart nach. Thematisiert werden die Entstehung der palästinensischen Nationalbewegung, die Rolle der PLO und der Hamas, die Auswirkungen der israelischen Siedlungspolitik sowie die schwierigen Lebensbedingungen vieler Palästinenser. Zugleich wird die Bedeutung Jerusalems, die Situation palästinensischer Flüchtlinge und die Herausforderungen eines friedlichen Zusammenlebens zwischen Israelis und Palästinensern dargestellt. Das Video verdeutlicht die Komplexität des Konflikts und die Vielzahl historischer, politischer, territorialer und gesellschaftlicher Faktoren, die bis heute eine Lösung erschweren.

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Für den Religionsunterricht eignet sich das Video besonders für die Behandlung von Frieden, Gerechtigkeit, Menschenrechten, Religion und Politik sowie für die Auseinandersetzung mit dem Judentum, dem Islam und dem Christentum im Nahen Osten. Aufgrund der Komplexität und Perspektivgebundenheit der Darstellung sollte das Video nicht isoliert eingesetzt werden, sondern durch weitere Materialien und Sichtweisen ergänzt werden. Methodisch bietet sich zunächst die Erstellung einer Zeitleiste an, um die historischen Ereignisse von der Mandatszeit bis zur Gegenwart zu strukturieren. Anschließend können die Lernenden unterschiedliche Narrative des Konflikts analysieren und vergleichen. Dabei sollte besonders auf Multiperspektivität geachtet werden, um sowohl israelische als auch palästinensische Erfahrungen, Sicherheitsbedürfnisse und Leidensgeschichten sichtbar zu machen. Kartenarbeit, Quellenanalysen und Gruppenrecherchen ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung mit territorialen Veränderungen, Fluchtbewegungen und politischen Entwicklungen. Im Religionsunterricht kann darüber hinaus die Bedeutung Jerusalems als heilige Stadt für Judentum, Christentum und Islam thematisiert werden. Ebenso bieten sich Diskussionen über Versöhnung, Feindbilder, Gewaltspiralen und Friedensethik an. Biblische Friedensvisionen, prophetische Gerechtigkeitsvorstellungen sowie Konzepte von Versöhnung und Nächstenliebe können als religiöse Deutungshorizonte in die Analyse einbezogen werden. Das Medium fördert historisches Lernen, politische Urteilsbildung, Friedenserziehung und die Fähigkeit der Lernenden, komplexe internationale Konflikte differenziert und kritisch zu betrachten.

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