Für den Religions und Ethikunterricht eignet sich das Medium besonders zur Förderung philosophischer Urteilskompetenz und zur Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen menschlichen Erkennens und Handelns. Die Texte können arbeitsteilig in Gruppen erschlossen und anschließend in Form von Expertenrunden präsentiert werden. Besonders gewinnbringend ist die Gegenüberstellung von Humes Gefühlsethik mit rationalistischen Ansätzen etwa bei Kant oder mit religiösen Begründungen von Moral. Die Lernenden können untersuchen, ob moralische Urteile auf Vernunft, Gefühlen oder religiösen Überzeugungen beruhen. Das sogenannte Humesche Gesetz eröffnet zudem einen hervorragenden Zugang zur Diskussion normativer Aussagen in gesellschaftlichen, politischen und religiösen Debatten. Einzelne Textauszüge eignen sich für philosophische Gespräche, Debattenformate, Schreibgespräche oder strukturierte Kontroversen. Durch die anspruchsvolle Sprache empfiehlt sich eine differenzierte Aufbereitung mit Hilfestellungen, Leitfragen und kooperativen Methoden. Für die gymnasiale Oberstufe bietet die Sammlung zahlreiche Anknüpfungspunkte zu Themen wie Freiheit und Verantwortung, Menschenbild, Religionskritik, Gewissen, Moralbegründung, Erkenntnistheorie sowie Wissenschaft und Glaube. Die Materialien fördern die Fähigkeit der Lernenden, philosophische Texte zu analysieren, Argumentationen nachzuvollziehen und eigene Positionen begründet zu entwickeln.
In einem ersten Schritt wird auf Seite 28 ein Gedankenexperiment zur Gerechtigkeit durchgeführt. Dazu wird eine Gesellschaft nach der Ethik Humes entwickelt. In einem weiteren Schritt wird die Frage nach einer darwinistischen Gesellschaft und das eigene Verhalten in ihr aufgeworfen. Ein Antwortversuch wird angeregt. Wie könnte ein Gesellschaftsvertrag in einem gescheiterten Staat ohne Ordnung neu entstehen? Ein Beispiel zur zerstörerischen Gier beim Landverkauf/Diebstahl schließt sich an. Auch darauf wird Humes Ethik angewendet. Im Beispiel müsste es ein Gesetz zum Verbot des Landkaufs durch Bürger anderer Staaten oder änliches geben. Ansonsten würden die Kleinbauern zur Selbstjustiz greifen und es käme zum Bürgerkrieg mit den Milizen der Großgrundbesitzer.
Im nachfolgenden Schritt werden zwei Karikaturen zum Landkonflikt und Gerechtigkeit erarbeitet.
Der nächste Schritt nutzt Thomas Hobbes Leviathan, um das auftretende Problem des Naturzustands der absoluten Gier und Rechtlosigkeit zu lösen. Die Konzepte Humes und Hobbes werden verglichen. Eine Definition des Naturzustandes entsteht.
Abschließend wird die Kausalität anhand von Beispielen von Ursache und Wirkung behandelt. Dazu werden in eine Tabelle mit den Beispielen Wahrscheinlichkeiten von 1-5 eingetragen.