Für den Religionsunterricht eignet sich das Material besonders für die Sekundarstufe I und die Sekundarstufe II in Unterrichtsreihen zu Menschenbild, Anthropologie, Nächstenliebe, Freiheit, Verantwortung, Gewissen oder christlicher Ethik. Die verschiedenen Tools ermöglichen einen abwechslungsreichen Methodenmix aus Bilderschließung, Textarbeit, Gruppenarbeit, Diskussion und kreativer Interpretation. Besonders gewinnbringend ist die Arbeit mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter, da hier die Perspektivverschiebung von der Frage „Wer ist mein Nächster?“ hin zur Frage „Wer handelt als Nächster?“ sichtbar wird. Dadurch werden Lernende angeregt, über ihre eigene Verantwortung gegenüber anderen Menschen nachzudenken. Die Bildmaterialien und Collagen bieten einen niederschwelligen Zugang zu anthropologischen Fragestellungen und fördern die Wahrnehmungs und Deutungskompetenz. Die Zitate zur Menschlichkeit eignen sich für philosophische Gesprächsformen, Positionierungsübungen oder Debatten über unterschiedliche Menschenbilder. Besonders interessant ist die Verbindung von theologischen, ethischen und gesellschaftlichen Fragestellungen. Lernende können eigene Vorstellungen von Menschlichkeit entwickeln, aktuelle soziale Herausforderungen reflektieren und die Bedeutung christlicher Werte für das Zusammenleben diskutieren. Methodisch bieten sich Gruppenpuzzle, Think Pair Share, Bildanalyse, Standbildarbeit, Schreibgespräche, philosophische Gespräche, Rollenarbeit, ethische Fallanalysen sowie kreative Gestaltungsaufgaben an. Das Medium fördert religiöse Urteilsfähigkeit, Empathie, Perspektivübernahme und die Fähigkeit, religiöse Aussagen mit der eigenen Lebenswelt in Beziehung zu setzen.
Der Einstieg gelingt über eine Bildanalyse. Dabei schwebt Gottes Geist als Taube über einer Reihe Personen. Diese zeigen Formen von Nächstenliebe. Die drei runden Bildeinschnitte darunter zeigen Antiformen, wie die Beziehung zwischen Menschen, zwischen Menschen und Kirche nicht sein sollte.
Im nächsten Schritt wird das Gleichnis vom Samariter untersucht. Der Begriff des "Nächsten" wird entwickelt. Der persönlich nächste und die daraus resultierenden Aufgaben werden gesammelt.
Der Vorrang der Hilfe vor dem Einhalten der Gesetze des Sabbatgebotes wird über Textanalyse erfasst. Fünf Fragestellungen leiten dies an.
Ein weiterer Schritt untersucht eine Collage, auf ihre Anthropologischen aussagen. Was macht das Menschsein aus? Partnerschaft, Liebe, Tierliebe und Achtsamkeit und begrenzte Lebenszeit sind die Hauptthemen. Weitere Aspekte können ergänzt werden.
Im nächsten Schritt wird der Begriff Menschlichkeit auf Basis von vier Philosophen in Form von Zitaten untersucht. Dabei wird auf die Gottesebenbildlichkeit Bezug genommen. Auch die Demut und Geschöpflichkeit wird angesprochen. Das Anstreben des christlichen Ideals in der Figur Jesu soll Ziel des christlichen Menschen sein. Es kann nicht in Gänze erreicht werden, doch das ist auch nicht nötig.
In einem abschließenden Schritt wird das Bild von Vincent van Gogh analysiert und die vorher ermittelten Inhalte werden darin wiedergefunden. Der Samariter hilft, während der Levit und weggeht und die dritte Person in der Ferne verschwindet. Auch die Anstrengungen des Samariters ist deutlich zu sehen.