Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht in der gymnasialen Oberstufe sowie für Kurse in Ethik, Sozialwissenschaften oder kirchlicher Erwachsenenbildung. Es eröffnet Lernenden einen authentischen Einblick in aktuelle innerkirchliche Reformdebatten und ermöglicht die Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen kirchlicher Zukunftsgestaltung. Dabei kann der Text als Beispiel für die Verbindung von Glauben, gesellschaftlicher Verantwortung und institutioneller Entwicklung genutzt werden.
Ein sinnvoller Unterrichtseinstieg kann über die Leitfrage erfolgen: „Wie muss Kirche aussehen, damit sie auch in Zukunft für Menschen relevant bleibt?“ Die Lernenden können zunächst eigene Vorstellungen einer Kirche der Zukunft formulieren und diese anschließend mit den Positionen Brockmanns vergleichen. Dadurch wird ein persönlicher Zugang geschaffen und die Relevanz des Themas verdeutlicht.
Im weiteren Unterrichtsverlauf bietet sich eine arbeitsteilige Gruppenarbeit an. Einzelne Gruppen können die Themen Vision und Zukunft, missionarische Kirche, Gemeindestrukturen, Diakonie sowie die Rolle der Laien untersuchen. Die Ergebnisse können auf Plakaten, digitalen Pinnwänden oder in Form einer Zukunftskonferenz präsentiert werden. Besonders gewinnbringend ist dabei die Frage, welche der beschriebenen Herausforderungen auch heute noch aktuell sind und welche Entwicklungen sich seit 2009 verändert haben.
Methodisch eignet sich das Medium zudem für kontroverse Diskussionen. Lernende können unterschiedliche Rollen übernehmen, etwa die eines Bischofs, einer ehrenamtlich engagierten Person, eines Jugendlichen, eines Kirchenkritikers oder einer sozial engagierten Christin. In einer simulierten Synodalversammlung diskutieren sie über Reformvorschläge und entwickeln eigene Zukunftsvisionen für Kirche und Gesellschaft.
Für einen kompetenzorientierten Unterricht ermöglicht das Medium die Förderung von Analysefähigkeit, Urteilsbildung und Perspektivübernahme. Die Lernenden setzen sich mit kirchlichen Positionen auseinander, vergleichen diese mit ihren eigenen Erfahrungen und reflektieren die gesellschaftliche Bedeutung von Religion. Darüber hinaus lassen sich Bezüge zur katholischen Soziallehre, zur Frage nach Verantwortung in demokratischen Gesellschaften sowie zu aktuellen Diskussionen über Kirchenentwicklung und Glaubensweitergabe herstellen. Das Medium eignet sich daher sowohl für textanalytische Verfahren als auch für projektorientierte und diskursive Unterrichtsformen.