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TU Berlin

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Juden und Judenfeindschaft in Europa bis 1945

Veröffentlichung:1.1.1970

Die Unterrichtsreihe „Juden und Judenfeindschaft“ reflektiert auf sechzehn Seiten mit sieben Materialien die Geschichte der Judenverfolgung vom Mittelalter bis nach dem zweiten Weltkrieg. Das gesamte Material besteht dabei aus drei Bausteinen über 48 Seiten, die alle in RU-Digital beschrieben sind. Jede DinA4 Seite enthält ein Thema mit Quellentext abwechslungsreichen Arbeitsaufträgen und Bildmaterial.

Das Medium „Juden und Judenfeindschaft in Europa bis 1945“ ist ein Unterrichtsmaterial zur jüdischen Geschichte und zum Antisemitismus in Europa, das vom Anne Frank Haus und dem Büro für Demokratische Institutionen und Menschenrechte der OSZE entwickelt wurde. Es bildet den ersten Teil einer Materialreihe zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus. Das Heft verbindet die Geschichte jüdischen Lebens mit der Geschichte von Ausgrenzung, Verfolgung und Antisemitismus und setzt dabei bewusst bei der Vielfalt jüdischer Identitäten an. Am Beispiel zweier Jugendlicher wird zunächst deutlich, dass jüdische Zugehörigkeit religiöse, familiäre, kulturelle und persönliche Bedeutungen besitzen kann. Anschließend behandelt das Medium die Entstehung des Judentums, die Diaspora, das Zusammenleben von Juden, Christen und Muslimen, jüdisches Leben im mittelalterlichen und neuzeitlichen Europa sowie unterschiedliche Formen von Verfolgung und Vertreibung. Beispiele aus Córdoba, Wilna und Berlin veranschaulichen sowohl Zeiten kultureller Entfaltung und gesellschaftlicher Teilhabe als auch Erfahrungen von Diskriminierung und Gewalt. Für Berlin wird beispielsweise die Entwicklung von der mittelalterlichen jüdischen Präsenz über die rechtliche Gleichstellung bis zum erneuten Erstarken antisemitischer Ausgrenzung dargestellt. Weitere Schwerpunkte bilden der Kampf um Gleichberechtigung im 19. Jahrhundert, die Entstehung des modernen Antisemitismus, die Dreyfus Affäre, der Zionismus und antisemitische Verschwörungserzählungen. Die abschließenden Teile thematisieren die nationalsozialistische Verfolgung, die Nürnberger Gesetze, Deportationen und den Holocaust beziehungsweise die Schoah. Dabei werden historische Entwicklungen durch Fotografien, biografische Beispiele, Quellen, Karten, Grafiken und zahlreiche Arbeitsaufträge ergänzt. Das Medium versteht sich ausdrücklich als Teil eines Unterrichtsbausteins, der neben der jüdischen Geschichte bis 1945 auch gegenwärtigen Antisemitismus sowie allgemeine Vorurteilsstrukturen, Rassismus und Diskriminierung in den Blick nimmt.

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Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders für eine Verbindung von religionskundlichem, historischem und ethischem Lernen. Ein sinnvoller Einstieg bietet sich über die Frage nach Identität und Zugehörigkeit an. Die auf Seite 2 vorgestellten Jugendlichen Joseph und Albina beschreiben sehr unterschiedliche Beziehungen zum Judentum. Dadurch können Lernende erkennen, dass jüdische Identität nicht auf Religionsausübung reduziert werden kann. Die dort angebotene persönliche Karte kann methodisch aufgegriffen werden, wobei Lernende selbst entscheiden sollten, welche Informationen über Herkunft, Religion und persönliche Werte sie teilen möchten. Die anschließenden Aussagen zu Zugehörigkeit auf Seite 3 ermöglichen ein Unterrichtsgespräch darüber, wodurch Identität entsteht und welchen Einfluss Familie, Religion, Herkunft, Sprache und gesellschaftliche Zuschreibungen besitzen. Für die weitere Arbeit bietet sich ein Gruppenpuzzle an. Verschiedene Gruppen können beispielsweise Córdoba, Wilna und Berlin untersuchen und jeweils herausarbeiten, welche Formen jüdischen Lebens sichtbar werden, welche Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe bestanden und wann beziehungsweise warum Ausgrenzung einsetzte. Córdoba eignet sich besonders für interreligiöses Lernen, weil das Material den kulturellen und wissenschaftlichen Austausch zwischen muslimischen, christlichen und jüdischen Gelehrten beschreibt. Die Beispiele können anschließend auf einer gemeinsamen Zeitleiste verortet werden. Dadurch wird verhindert, dass jüdische Geschichte ausschließlich als Geschichte des Holocaust wahrgenommen wird. Lernende begegnen vielmehr religiösem Leben, Kultur, Wissenschaft, Sprache, gesellschaftlicher Beteiligung und Migration ebenso wie Verfolgung und Vernichtung. Eine weitere Unterrichtsmöglichkeit bietet die Beschäftigung mit Vorurteilen. Das Medium erklärt am Beispiel der historischen Beschränkung jüdischer Berufsmöglichkeiten, wie bestimmte antisemitische Vorstellungen entstanden und bis in die Gegenwart fortwirken können. Lernende können dabei zwischen historischen Bedingungen, Vorurteilen und antisemitischen Zuschreibungen unterscheiden und untersuchen, wie aus Verallgemeinerungen Feindbilder entstehen. Die auf Seite 9 vorgesehene Analyse einer antisemitischen Darstellung sollte sensibel begleitet werden. Antisemitische Bilder sollten niemals lediglich gezeigt und beschrieben werden, sondern immer hinsichtlich ihrer manipulativen Absicht, ihrer stereotypen Gestaltung und ihrer Wirkung dekonstruiert werden. Das Material selbst fordert dazu auf, das zugrunde liegende Vorurteil zu benennen, seine Entstehung zu erklären und zu begründen, weshalb es sich um ein Vorurteil handelt. Sehr geeignet ist zudem ein lokalgeschichtlicher Zugang. Lernende können Synagogen, jüdische Friedhöfe, Straßennamen, ehemalige jüdische Einrichtungen oder Erinnerungsorte in ihrer Umgebung recherchieren und ihre Ergebnisse in Form einer Karte, Collage oder Präsentation dokumentieren. Einen entsprechenden Arbeitsauftrag enthält das Medium ausdrücklich. Bei der Behandlung der Schoah sollte der biografische Zugang besondere Bedeutung erhalten. Das Tagebuch des zwölfjährigen Dawid Rubinowicz macht die Verfolgung aus der Perspektive eines jungen Menschen sichtbar und kann dazu beitragen, abstrakte historische Zahlen mit individuellen Lebensgeschichten zu verbinden. Gleichzeitig müssen Lehrkräfte auf eine altersangemessene Auswahl achten und eine Überwältigung durch Gewaltdarstellungen vermeiden. Für die historische Strukturierung können Lernende den im Material vorgeschlagenen Zeitstrahl von 1933 bis 1945 erstellen und zentrale Schritte von Ausgrenzung, Entrechtung, Deportation und Vernichtung einordnen. Die Frage nach den Begriffen Schoah und Holocaust eröffnet zusätzlich eine sprachsensible Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur. Als Abschluss einer Unterrichtsreihe bietet sich die Reflexion über Antisemitismus in der Gegenwart an. Lernende können untersuchen, wie historische Vorurteile weiterwirken, welche Verantwortung Gesellschaft und Religionen für deren Bekämpfung tragen und welche Bedeutung Menschenwürde, Toleranz und demokratisches Handeln besitzen. Methodisch lässt sich das Medium somit flexibel für Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenpuzzle, Stationenarbeit, Quellenanalyse, Bildanalyse, biografisches Lernen, Zeitleistenarbeit, Kartenarbeit, Recherche, Präsentation, Diskussion und Projektarbeit einsetzen.


Der Einstieg in den ersten Baustein gelingt über die Frage wer ist Jude. Dazu wird eine Karte in Einzelarbeit ausgefüllt, auf der Informationen zur eigenen Biografie eingetragen werden. Diese Angaben werden mit zwei von jüdischen Kindern ausgefüllten Karten verglichen. In einem weiteren Schritt wird Identität thematisiert. Dazu werden fünf Zitate zu ihren Aussagen über das Entstehen von Identität persönlich bewertet. Im Anschluss an die Karten werden Migrationswege der eigenen Familie nachvollzogen und positive wie negative Folgen von Migration gesammelt. Aktuelle Migration wird thematisiert. Im nächsten Schritt wird die Diaspora der Juden behandelt. Am Beispiel Cordoba in Al Andalus dem heutigen Spanien wird das vorteilhafte Zusammenleben von Kulturen und Religionen dargestellt. Ein weiterer Schritt vermittelt am Beispiel Wilna Zufluchtsorte für jüdische Gemeinden in Osteuropa. Dabei werden die Rolle der Juden in der mittelalterlichen Gesellschaft und Vertreibungen von den Kreuzzügen bis zur Schoah dargestellt. Der nächste Schritt bietet einen Überblick über die Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland. Es werden Vorurteile anhand einer Karikatur erfasst. Die Bürgerrechte für Menschen jüdischen Glaubens in Preußen sind Thema und die ihre trotzdem mangelnde Gleichstellung. Es werden jüdische Spuren in der eigenen Lebenswelt gesammelt. Ein anschließender Schritt behandelt modernen Antisemitismus anhand mehrerer Beispiele wie der Dreyfußaffäre und der Protokolle der Weisen von Zion. Eine Karikatur thematisiert die Angst vor einem weltweiten jüdischen Netzwerk. Der anschließende Schritt zeigt die Entwicklung dieser Vorurteile zur Schoah und dem Holocaust auf. Dazu wird ein Zeitstrahl erstellt. Die beiden Begriffe werden thematisiert und in ihrer Darstellung der Ereignisse als Unheil oder Brandopfer mit Bezug auf die KZ erfasst. Der Baustein schließt mit einer Reflexion der Inhalte und der eigenen Erwartungshaltung sowie weitergehenden Interessen.

Material:

M1 Wer ist Jude?

M2 Warum leben Juden über die ganze Welt verstreut?

M3 Zuflucht

M4 Seit wann leben Juden in Mitteleuropa?

M5 Kampf um Gleichberechtigung und moderner Antisemitismus

M6 Holocaust

M7 Nach der Befreiung

Hessen

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.3. Juden und Christen – eine leidvolle Geschichte. Geschwister im Glauben.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.2 Dem Zeitgeist widerstehen: Kirche und Diktatur.

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