Didaktisch besitzt das Medium eine besondere Bedeutung für den Religionsunterricht, da es zentrale Fragen nach Menschenwürde, Verantwortung, Schuld, Gewissen und dem Umgang mit Unrecht aufwirft. Die Lernenden können sich zunächst mit den historischen Entwicklungen und den konkreten Lebenssituationen verfolgter Menschen auseinandersetzen. Methodisch bietet sich eine Kombination aus Quellenarbeit, Bildanalyse, Textarbeit und reflektierenden Gesprächsformen an. Die Materialien ermöglichen es, historische Fakten zu erarbeiten und gleichzeitig ethische sowie religiöse Fragestellungen einzubeziehen. Besonders wichtig ist dabei die Förderung von Empathie, ohne die historischen Ereignisse zu emotionalisieren oder zu vereinfachen. Im Unterricht können die Lernenden untersuchen, wie Vorurteile entstehen, welche Folgen Diskriminierung haben kann und welche Verantwortung Einzelne und Gesellschaften tragen. Darüber hinaus eröffnet das Medium die Möglichkeit, christliche Positionen zur Menschenwürde, zur Nächstenliebe und zur Verantwortung gegenüber Mitmenschen zu thematisieren. Ebenso kann die Rolle von Kirchen während der Zeit des Nationalsozialismus kritisch reflektiert werden. Die Lernenden werden angeregt, historische Ereignisse mit aktuellen Formen von Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung in Beziehung zu setzen. Dadurch trägt das Medium zur Demokratiebildung, zur Werteerziehung und zur Entwicklung von Urteilskompetenz bei. Es eignet sich sowohl für Einzelarbeit als auch für Partner und Gruppenarbeit und kann durch Gedenkstättenarbeit, Biografien oder Projekte zur Erinnerungskultur ergänzt werden.
In einem ersten Schritt wird eine Videoanalyse des Novemberprogroms unternommen. Begriffe, Vorgeschichte, Verfolgte / Schäden, Täter / Zuschauer, Bedeutung / Folgen werden in Textfelder zur Auswertung eingetragen. Dann werden persönliche, gesellschaftliche, politische und ökonomische Folgen des Pogroms festgestellt und eingetragen.
Der nächste Schritt thematisiert das Novemberpogrom 1938. Videos zum Thema werden über Textfelder ausgewertet werden. Zeitzeugen berichten über die Nacht. Nach der Auswahl eines Videos wird dazu eine detailliertere Auswertung über Sprachwahl, Emotionen und Erzählerperspektive untersucht. Der abstand zwischen den Ereignissen und der Gegenwart wird ebenfalls thematisiert.
In einem weiteren Schritt werden zwei Fotos aus Auschwitz, von der Rampe und dem Zugang zu einer Gaskammer perspektivisch untersucht. Die Analyse der Fotos wird detailliert über Impuls Fragestellungen vorgenommen und in Textfelder eingetragen. Dabei wird sie Perspektive des Fotografen und die Situation in eigenen Worten wiedergegeben. Zeigen zwei sehr gegensätzliche Perspektiven zur Auschwitz. Im ersten Foto wird die Verlegung von Juden an einen sicheren Ort dargestellt, wie sie in der Propaganda enthalten war. Die Menschen sind nicht unterernährt, tragen noch ihre eigene Kleidung und es ist abgesehen von den Viehwagen in denen sie untergebracht werden nichts wesentlich negatives dargestellt. Im zweiten Foto sind unscharf und verschwommen gravierend unterernährte fast unbekleidete Frauen zu sehen.