In einem ersten Schritt wird eine Karte der Reformation mit eingezeichneten Konfessionen analysiert. Gemeinsamkeiten oder Unterschiede beim Vergleich der Karten werden notiert. In einem zweiten Schritt wird die Karte für ein eigenen Wohnort ausgewertet. In einem dritten Schritt wird die uniform konfessionslose ehemmalige DDR untersucht und es werden Theorien für diese Tatsache entwickelt.
Das Medium eignet sich besonders als Einstieg in die Themen Reformation, Konfessionen, Kirchengeschichte oder religiöse Vielfalt in Deutschland. Die Kartenarbeit ermöglicht eine anschauliche Auseinandersetzung mit historischen und gegenwärtigen religiösen Strukturen und fördert die Fähigkeit, historische Entwicklungen zu deuten und deren Bedeutung für die Gegenwart zu reflektieren. Methodisch kann das Material zunächst in Einzelarbeit bearbeitet werden, indem die Lernenden die Karten vergleichen und erste Beobachtungen notieren. Anschließend bietet sich eine Partner oder Gruppenphase an, in der Gemeinsamkeiten und Unterschiede diskutiert werden. Besonders motivierend ist die Aufgabe, den eigenen Wohnort oder die eigene Region auf den Karten zu untersuchen. Dadurch entsteht ein unmittelbarer Lebensweltbezug. Im weiteren Unterricht können die Ergebnisse genutzt werden, um Ursachen und Folgen der Reformation zu erarbeiten sowie Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen katholischer und evangelischer Tradition zu thematisieren. Ebenso eignet sich das Medium für fächerverbindendes Lernen mit Geschichte, da historische, politische und religiöse Entwicklungen miteinander verknüpft werden. Die Frage nach den Ursachen von Konfessionslosigkeit eröffnet zudem Möglichkeiten für Diskussionen über Religion in der modernen Gesellschaft, religiöse Identität und Säkularisierung. Das Medium fördert Kartenkompetenz, Urteilskompetenz, historische Orientierung sowie die Fähigkeit, religiöse Entwicklungen im gesellschaftlichen Kontext zu analysieren und zu bewerten.