Das Medium eignet sich besonders für einen erfahrungsbezogenen, dialogischen und religionssensiblen Religionsunterricht in der Grundschule. Es setzt nicht bei vorgegebenen Definitionen von Gott an, sondern bei den Vorstellungen, Erfahrungen und Fragen der Lernenden. Zu Beginn einer Unterrichtsreihe können deshalb eigene Gottesfragen gesammelt werden. Das Material schlägt vor, die Lernenden darüber nachdenken zu lassen, was sie über Gott wissen möchten und welche Fragen sie Gott selbst stellen würden. Die Fragen können sichtbar auf einem gemeinsamen Plakat oder in einer Schatzkiste gesammelt werden. Auf diese Sammlung kann während der gesamten Unterrichtsreihe zurückgegriffen werden. Dadurch werden Lernprozesse sichtbar und die Lernenden können am Ende überprüfen, welche Fragen geblieben sind, welche neuen hinzugekommen sind und bei welchen Fragen sich ihre Vorstellungen verändert haben.
Einen besonders geeigneten Einstieg ermöglichen die Geschichten von Varenka und Beppo. Sie führen zur Frage, wie Gottes Handeln gedacht werden kann und ob Ereignisse als Zufall, als menschliches Handeln oder als Wirken Gottes verstanden werden können. Bei Beppos Geschichte bietet das Material unterschiedliche Aussagen wie „Gott hört unsere Gebete“, „Das war Zufall und nicht Gott“ oder die Vorstellung, dass Gott durch andere Menschen handelt. Die Lernenden können diesen Aussagen zustimmen, sie ablehnen oder ihre Unsicherheit ausdrücken. Didaktisch ist es wichtig, diese unterschiedlichen Positionen nicht vorschnell in richtig und falsch einzuteilen. Vielmehr sollten die Lernenden ihre Entscheidung begründen und andere Deutungen kennenlernen. Satzanfänge wie „Es war Zufall, dass …“, „Ich weiß nicht …“ und „Gott hat dafür gesorgt, dass …“ unterstützen insbesondere jüngere Lernende dabei, eigene Gedanken sprachlich auszudrücken.
Für die Arbeit an Gottesvorstellungen bietet sich anschließend die Geschichte „Fisch ist Fisch“ an. Sie verdeutlicht auf kindgerechte Weise, dass Vorstellungen von Unbekanntem aus bereits bekannten Erfahrungen entstehen. Der Fisch stellt sich die ihm unbekannte Welt entsprechend seiner eigenen Wahrnehmungsmöglichkeiten vor. Das Material überträgt diese Einsicht auf menschliche Gottesvorstellungen und regt dazu an, sogenannte Kopfbilder zu gestalten. Lernende können zunächst malen, wie sich der Fisch Menschen und Tiere vorstellt, und anschließend überlegen, wie sein Bild von Gott aussehen könnte. Daran kann sich die Frage anschließen, woher die eigenen Bilder von Gott stammen. Kinderzeichnungen von Gott können betrachtet und danach befragt werden, was sie über Gott ausdrücken und was den jeweiligen Kindern an Gott wichtig sein könnte. Eigene Gottesbilder sollten dabei nicht bewertet, sondern als individuelle Deutungsversuche wahrgenommen werden.
Eine weitere zentrale Methode ist die Symbolarbeit mit dem Gotteskoffer. Verschiedene Gegenstände werden in einem Sitzkreis präsentiert und zunächst hinsichtlich ihrer möglichen Bedeutungen erschlossen. Anschließend wählen die Lernenden einen Gegenstand aus, der für sie etwas von Gott ausdrücken kann. Der Satzanfang „Gott ist für mich wie …, weil …“ hilft dabei, Symbol und persönliche Deutung miteinander zu verbinden. Die Ergebnisse können in einem Museumsgang präsentiert oder in einem gemeinsamen Bodenbild zusammengeführt werden. Die Methode fördert die Fähigkeit, religiöse Vorstellungen nicht nur begrifflich, sondern auch bildhaft und symbolisch auszudrücken. Besonders für jüngere Lernende eröffnet dies einen Zugang zu theologischen Fragen, für die ihnen möglicherweise noch abstrakte Begriffe fehlen.
Für interreligiöses Lernen sind die Materialien zu den Namen und Bildern Gottes besonders geeignet. Das Medium stellt Aussagen aus christlicher und islamischer Tradition nebeneinander. In den christlichen Texten begegnen Bilder wie Mutter, Hirte, Schild, Quelle, Fels, Burg und Sonne, während die islamischen Materialien Gott unter anderem als Licht, Schöpfer, Ewigen, Zuverlässigen und denjenigen beschreiben, der den rechten Weg zeigt. Lernende können einzelne Aussagen auswählen, erläutern, mit Symbolen verbinden und miteinander vergleichen. Dabei sollte nicht vorrangig nach Unterschieden gesucht werden. Ebenso bedeutsam sind Gemeinsamkeiten und die Frage, welche Vorstellungen von Schutz, Nähe, Orientierung und Vertrauen in den verschiedenen Aussagen sichtbar werden.
Narrative Zugänge können diese Arbeit vertiefen. Die Geschichte vom verlorenen Schaf ermöglicht beispielsweise eine indirekte Annäherung an die Frage nach Gottes Wesen. Die Lernenden können zunächst überlegen, wie der Hirte reagieren soll, mögliche Gefahren für das verlorene Schaf formulieren und einen Dialog zwischen Hirte und Schaf gestalten. Erst danach wird die Übertragung auf Gott vorgenommen. Der im Material vorgesehene Satzanfang „Wenn Gott so ist und handelt, dann ist er …“ unterstützt die Lernenden dabei, aus der Erzählung eigene theologische Aussagen zu entwickeln. Rollenspiel, Bodenbild, Bildbetrachtung, kreatives Schreiben und Gespräch können hierbei miteinander verbunden werden.
Zum Abschluss einer Unterrichtsreihe eignet sich die Geschichte von den Blinden und dem Elefanten. Jeder Mensch ertastet nur einen Teil des Elefanten und entwickelt daraus eine eigene Vorstellung. Diese Erzählung kann auf die zuvor gesammelten Gottesvorstellungen bezogen werden. Die Lernenden gestalten dazu einzelne Puzzleteile mit Bildern, Symbolen, Worten und Geschichten über Gott. Das gemeinsame Puzzle macht sichtbar, dass unterschiedliche Vorstellungen nebeneinander bestehen können und menschliches Wissen über Gott begrenzt bleibt. Methodisch bietet es sich an, am Ende erneut die zu Beginn gesammelten Gottesfragen aufzugreifen. Lernende können formulieren, was sie inzwischen über Gott denken, welche Vorstellung ihnen wichtig geworden ist, worüber sie weiterhin unsicher sind und welche Fragen offenbleiben. Auf diese Weise fördert das Medium religiöse Sprachfähigkeit, Symbolverständnis, Perspektivwechsel, interreligiöses Lernen, theologisches Fragen und die Fähigkeit, eigene Glaubensvorstellungen zu entwickeln und begründet zur Sprache zu bringen.
Der Einstieg gelingt über eine Geschichte, in der ein Junge auf Gottes Hilfe hofft. Der Junge schreibt auch einen Brief an Gott. Der Brief wird von den Lernenden als Gebet oder Fürbitte erkannt. Es folgt ein Material mit einer Abstimmung zum Inhalt des Briefs. Die dort aufgestellten Behauptungen über Gott und Wunscherfüllung sowie die Zustimmung oder Ablehnung wird besprochen. Anschließend geben die Lernenden selbst zu drei Satzanfängen eigene Erlebnisse an, in denen der Zufall oder Gott etwas geschehen ließ. Auch das fehlende Wissen über den Ursprung eines Ereignisses ist als Satzanfang vorgegeben.
Eine Geschichte über einen Fisch, der die Landwelt entdecken will, aber nicht dafür gemacht ist, elemetarisiert Fremdheit. Das Erleben der transzendenten Unendlichkeit durch den endlichen Menschen befremdet ihn. Seine Vorstellungsgabe kann es nicht recht erfassen, er beginnt sich Bilder zu machen. In einem nächsten Schritt wird über Kopfbilder der Transfer von der Sichtweise des Fisches auf das Land zur Sichtweise des Menschen auf Gott geleistet. Dies erfolgt über eine ausmalbare Sprechblase und entsprechende Fragestellungen. Beispiele von Gottesbildern und dargestellten göttlichen Eigenschaften werden in einem weiteren Material besprochen. Nun wird das eigene Gottesbild gezeichnet und schriftlich reflektiert. Eigenschaften Gottes werden daraus erarbeitet. Es folgt ein biblischer Bezug zu Gottesbildern der Psalmen. Zudem werden Gottesbilder des Islam anhand von Zitaten der Suren untersucht. Psalmen und Suren zeichnen ein ähnliches Gottesbild. Eine Geschichte über Abrahams zur Zerstörung von Götzen schließt sich an. Darin wird die Machtlosigkeit der alten Götter aufgezeigt und herausgestellt, dass der christliche Gott ein ganz anderer ist. Jesus erklärt im Gleichnis vom guten Hirten selbst das Wesen Gottes. Die Lernenden leiten aus der Geschichte das christliche Gottesbild ab. In einem weiteren Material formulieren die Lernenden schriftlich ihre Konsequenz für ihr Gottesbild. Das nächste Material bietet Attribute Gottes an. Es stellt sich die Frage, wie Gott all das und mehr zugleich sein kann. Gott Vater bleibt für den Menschen unfassbar. Dies wird anhand der Geschichte der Blinden, die jeder einen anderen Teil eines Elefanten beschreiben erklärt. Keiner kann den Elefanten ganz erfassen. Es bleibt das Vertrauen auf Gott, auch wenn er nicht ganz erfassbar ist. Dieses Vertrauen wird anhand der Geschichte der Hagar und des Ismael in der Wüste verdeutlicht. Ismael gräbt im Schlaf eine Wasserquelle aus. Gott hilft in Unsicherheit und Not dem, der ihm vertraut, auch wenn seine Wege oft unverständlich sind.