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OneminuteSky | rpi

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ONEMINUTESKY Folge 3: Wahrheitsfrage

Veröffentlichung:6.11.2021

Ein Gegenstand, ein Erlebnis, ein Spruch, eine Perspektive - überraschend kann etwas zum Anlass für theologische Fragestellungen werden. Für einen Moment tut sich ein Himmel auf: ein Horizont, in dem Lebenserfahrungen und Lebensfragen aufscheinen und dazu herausfordern, sich ihnen zu stellen.

Das Video führt in die Bibliothek des Augustinerklosters in Erfurt und lenkt den Blick auf die dort aufbewahrten Bücher und Handschriften. Besonders faszinieren den Sprecher nicht die offen zugänglichen Schätze, sondern die hinter Gittern verschlossenen Werke. Die Vorstellung eines „Giftschranks“ für Bücher regt seine Fantasie an: Welche Gedanken, Erkenntnisse oder Wahrheiten könnten in diesen verborgenen Texten enthalten sein? Von dieser Beobachtung aus entwickelt das Video eine philosophische und theologische Reflexion über Wahrheit, Wissen und menschliche Erkenntnisgrenzen. Es stellt die Frage, ob es überhaupt möglich ist, Wahrheit endgültig festzustellen, und ob Menschen dennoch so handeln müssen, als gäbe es eine Wahrheit – oder gerade so, als gäbe es keine.


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Für den Religionsunterricht eröffnet das Medium vielfältige Zugänge zu den Themen Wahrheit, Erkenntnis, Glaube, Wissen und Weltdeutung. Der ungewöhnliche Ausgangspunkt eines verschlossenen Bücherschranks weckt Neugier und bietet einen motivierenden Einstieg in philosophische und religiöse Fragestellungen. Methodisch kann zunächst ein Bild der vergitterten Bücher präsentiert werden. Die Lernenden sammeln Vermutungen darüber, weshalb Bücher verschlossen werden und welche Inhalte als gefährlich, wertvoll oder schützenswert gelten könnten. Anschließend kann das Video gezeigt und die darin formulierten Fragen nach Wahrheit und Erkenntnis gemeinsam erschlossen werden. Besonders geeignet ist das Medium für philosophische Gesprächsformen, in denen die Lernenden unterschiedliche Positionen zur Frage „Was ist Wahrheit?“ entwickeln und diskutieren. Dabei können Bezüge zur Religionsphilosophie, zur Wissenschaftstheorie oder zu aktuellen gesellschaftlichen Debatten über Fakten, Meinungen und Desinformation hergestellt werden. Im Religionsunterricht bietet sich zudem die Auseinandersetzung mit biblischen Wahrheitsvorstellungen an, etwa mit der Frage des Pilatus „Was ist Wahrheit?“ (Joh 18,38) oder mit Jesu Selbstbeschreibung als „Weg, Wahrheit und Leben“ (Joh 14,6). In der Oberstufe können philosophische Positionen von Platon, Kant, Nietzsche oder Hannah Arendt einbezogen werden, um unterschiedliche Wahrheitskonzepte zu vergleichen. Kreative Arbeitsformen sind ebenfalls denkbar: Die Lernenden verfassen beispielsweise fiktive Texte aus einem „verbotenen Buch“, gestalten eigene Definitionen von Wahrheit oder führen ein Streitgespräch zwischen Vertretern absoluter und relativer Wahrheitsauffassungen. Das Video fördert damit die Fähigkeit, grundlegende erkenntnistheoretische Fragen zu reflektieren, unterschiedliche Perspektiven auszuhalten und religiöse sowie philosophische Antworten kritisch zu prüfen.

Diese Videoclips lassen sich in Schule und Kirchengemeinde, in Unterricht und Andacht oder Gottesdienst einsetzen. Auch in der Jugendarbeit oder der Erwachsenenbildung kann mit diesen Videos gearbeitet werden. Die Videoclips folgen jeweils einem gleichbleibenden Schema, setzen aber im Hinblick auf ihre Verwendung kein bestimmtes Setting voraus und sind nicht für spezifische Zielgruppen konzipiert. So sind sie flexibel und kreativ handhabbar und können in unterschiedlichsten – formalen und inhaltlichen – Zusammenhängen einen Beitrag leisten.

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