Didaktisch eignet sich das Medium besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe I und II sowie für Ethik, Politik oder Philosophie. Die Materialien fördern die Fähigkeit der Lernenden, eigene Urteile zu entwickeln, Argumente abzuwägen und andere Sichtweisen zu respektieren. Methodisch arbeitet das Heft stark mit Diskussionen, Dilemma Situationen, Gruppenarbeit und Reflexionsprozessen. Die Lernenden analysieren zunächst Einflüsse auf das eigene Urteilen und erkennen, dass Entscheidungen häufig von Familie, Medien, Erfahrungen oder gesellschaftlichen Erwartungen geprägt werden. Anschließend werden politische und moralische Konfliktsituationen bearbeitet, in denen keine einfache Lösung möglich ist. Besonders wertvoll ist die Arbeit mit Dilemma Diskussionen nach Lawrence Kohlberg. Hier steht weniger die richtige Lösung im Mittelpunkt als vielmehr die Begründung der eigenen Entscheidung. Die Materialien fördern dadurch ethische Urteilsfähigkeit, Perspektivwechsel und demokratische Gesprächskultur. Durch Rollenspiele, Diskussionen, Abstimmungen und Schreibaufgaben lernen die Lernenden, ihre Positionen argumentativ zu vertreten und unterschiedliche Wertvorstellungen auszuhalten. Ebenso bietet das Medium zahlreiche Anknüpfungspunkte für den Religionsunterricht, etwa zu Fragen von Gewissen, Verantwortung, Gerechtigkeit und Menschenwürde. Die Auseinandersetzung mit dem Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und Verantwortung ermöglicht eine Verbindung zu christlicher Ethik und gesellschaftlichem Handeln. Besonders hervorzuheben ist die Orientierung am Beutelsbacher Konsens, der kontroverse Diskussionen, Schülerorientierung und die Vermeidung von Indoktrination betont. Dadurch unterstützt das Material eine offene und reflektierte Lernkultur.
In einem ersten Schritt für die Shell Studie herangezogen, um die Beeinflussung Jugendlicher bei ihrer Urteilsfindung durch externe Faktoren zu untersuchen. In einem zweiten Schritt mit dem Prozess eines gerichtlichen Urteils anhand einer Grafik erarbeitet. In einem dritten Schritt wird dieser Vorgang in Gruppenarbeit auf ein Beispiel zum Sorgerecht angewendet.
Ein nachfolgender Schritt enthält ein tabellarisches Material zur Beeinflussung eigene Entscheidungen über externe Faktoren. Unter anderem werden die Berufswahl, der Alkoholkonsum, Partnerwahl und Kleidungsstil von Freunden, Eltern, aber auch Religion und weiteren Faktoren beeinflusst. Diese Tabelle wird in Einzelarbeit ausgefüllt und dann im Plenum oder in Gruppen diskutiert. Ein weiterer Schritt untersucht diese Beeinflussung auf Amtsträger Anhand einer Karikatur. Im nächsten Schritt werden notwendige Faktoren für eine Urteilsbildung untersucht. Dazu gehören das Sammeln und Auswerten von Informationen, das Abschätzen von Folgen sowie das Festlegen von Prioritäten.
Dieser Vorgang wird an einem weiteren Beispiel zu einem persönlichen Erbe angewendet. Dabei werden Vorteile und Nachteile der verschiedenen Formen von Investment von Sparbuch bis hin zu neuer Kleidung hinein tabellarisches Material eingetragen. Ein weiterer Schritt enthält ein Beispiel aus der Politik. Einsparungen von 75 Millionen werden auch fünf Felder von Schulen über ein Schwimmbad und zukunftsorientierter Wirtschaftshilfe bis hin zum Nahverkehr und sozial Programmen verteilt. Dieser Vorgang kann in Gruppenarbeit erfolgen. In einem abschließenden Schritt sind zwei Dilemma Geschichten enthalten. Dabei wird multiperspektivisch aus Sicht von Eltern, Kindern, Sozialarbeitern und Familiengericht zu Kindeswohl und Elternrecht argumentiert. Dies erfolgt in vier Schritten. Spontane Äußerungen, Gruppenarbeit, Diskussion im Plenum und persönliche Meinung z. B. über einen Leserbrief. Hierdurch wird die bereits in der vorherigen Arbeit getroffene Entscheidung zum Sorgerecht erneut aufgegriffen und tiefer reflektiert. Die Ergebnisse können auch mit den ersten Ergebnissen verglichen werden. Anhand dieses Vergleichs zeigt sich der Lerneffekt einer verbesserten Urteilsfindung durch die über die verschiedenen schritte erlernten Struktur hierfür.