Didaktisch eignet sich das Material besonders für die Sekundarstufe II im Religions-, Ethik- oder Philosophieunterricht innerhalb der Themenfelder Medizinethik, Menschenwürde, Sterben und Tod. Die klar strukturierte Darstellung der verschiedenen Formen der Sterbehilfe ermöglicht eine fundierte Einführung in ein komplexes ethisches Spannungsfeld. Methodisch empfiehlt sich ein problemorientierter Zugang, bei dem zunächst konkrete Fallbeispiele oder aktuelle gesellschaftliche Debatten aufgegriffen werden. Anschließend können die unterschiedlichen Formen der Sterbehilfe mithilfe des Materials systematisch erarbeitet und voneinander abgegrenzt werden. Besonders gewinnbringend sind Diskussionen über Selbstbestimmung, Leidensbegrenzung, Lebensschutz und die Verantwortung von Medizin, Gesellschaft und Angehörigen. Die Lernenden können dabei unterschiedliche ethische Positionen kennenlernen und eigene Urteile entwickeln. Das Schaubild zu den Handlungsoptionen auf der letzten Seite eignet sich besonders gut zur Visualisierung rechtlicher und ethischer Unterschiede und kann als Grundlage für Gruppenarbeiten oder Debatten genutzt werden. Ebenso bietet die Auseinandersetzung mit der Hospizbewegung einen wichtigen Perspektivwechsel: Nicht die Verkürzung des Lebens, sondern Begleitung, Fürsorge und Palliativmedizin stehen hier im Mittelpunkt. Dadurch eröffnet das Material einen sensiblen Zugang zu Fragen von Sterben, Würde und menschlicher Begleitung am Lebensende. Lehrkräfte sollten bei der Behandlung des Themas auf eine respektvolle und geschützte Gesprächsatmosphäre achten, da persönliche Erfahrungen mit Krankheit, Tod oder Verlust angesprochen werden können. Das Material fördert ethische Urteilskompetenz, Dialogfähigkeit und die Fähigkeit, komplexe gesellschaftliche Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu reflektieren.