Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht, den Ethikunterricht sowie für politische Bildung in der Sekundarstufe. Die Lernenden setzen sich mit religiösen Überzeugungen, Radikalisierungstendenzen und den Herausforderungen pluraler Gesellschaften auseinander. Methodisch empfiehlt sich ein behutsamer und reflektierter Zugang, da das Thema emotional und gesellschaftlich sensibel sein kann. Zu Beginn bietet sich eine gemeinsame Klärung zentraler Begriffe wie Fundamentalismus, Religion, Radikalisierung und Toleranz an. Anschließend können die Lernenden arbeitsteilig verschiedene Formen religiösen Fundamentalismus untersuchen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede herausarbeiten. Besonders geeignet sind Gruppenarbeit, Textanalyse und Diskussionen über die Frage, warum Menschen in Krisenzeiten nach einfachen Antworten und festen Orientierungssystemen suchen. Die enthaltenen Interviewtexte ermöglichen einen lebensweltlichen Zugang und fördern Perspektivwechsel und kritisches Denken. Ebenso können die Lernenden darüber diskutieren, welche Rolle Schule, Familie und Gesellschaft bei Prävention und Demokratieförderung spielen. Das Material bietet darüber hinaus die Möglichkeit, über Menschenrechte, Religionsfreiheit und den Umgang mit Vielfalt ins Gespräch zu kommen. Kreative Methoden wie Plakatgestaltung, Debatten, Rollenspiele oder die Entwicklung eigener Präventionsideen gegen Extremismus fördern aktives Lernen und stärken demokratische Handlungskompetenz. Wichtig ist dabei eine wertschätzende Gesprächskultur, die zwischen religiösem Glauben und extremistischen Ideologien unterscheidet und Vorurteile vermeidet.
In einem ersten Schritt entsteht über Webrecherche eine Definition von Fundamentalismus. Dabei werden auch die fundamentalistischen Strömungen unterschiedlicher Religionen gesammelt. Deren Merkmale werden geografisch und sozioökonomisch untersucht. Dabei wird auffallen, dass die Mehrzahl der Fundamentalisten aus dem globalen Süden kommen und wirtschaftliche Gründe eine der Hauptmotivation darstellen. Daraus wiederum entwickeln sich Abwehr Strukturen auf der Nordhalbkugel. Diese können mit Faschismus und Nationalsozialismus verflochten sein. In einem zweiten Schritt entsteht ein Lexikoneintrag die Amish. Die Arme sind eine christliche Sekte, jede Form von Gewalt und Technik ablehnen.
Nur wenige der meist bäuerlichen Gemeinden besitzen Traktoren und Landwirtschaftsgeräte. Sie praktizieren pazifistischen Fundamentalismus. Somit stellen sie ein Gegenbeispiel zu den vorher aufgefundenen, meist gewalttätigen Gruppen da. In Gruppenarbeit oder Partnerarbeit entsteht ein Brief an einen Jugendlichen der Amish. Darin wird es Motivation und Lebenswelt erfragt. Der nachfolgende Schritt untersucht christliche Fundamentalisten anhand eines Textbeitrages. Daran wird die Selbstdefinition christlicher Fundamentalisten in sieben Punkten erarbeitet. Dabei wird der Bezug zwischen Krise und der Rückkehr zur Religion untersucht. Ebenso wird der göttliche Auftrag, den diese Personen für sich in Anspruch nehmen, aus dem Text entwickelt.
Der nächste Block verhandelt den islamischen Fundamentalismus. Dazu wird ein kurzer Lückentext zur Weltanschauung dieser Fundamentalisten über ein Textmaterial ausgefüllt. In einem nächsten Schritt wird die Motivation junger Muslime untersucht. Aus dem Text werden Maßnahmen gegen Fundamentalismus an Schulen erarbeitet. In Gruppenarbeit werden diese Maßnahmen auf die eigene Schule transferiert und mit Praxisbeispielen erweitert.