Die Tagung der AKRK 2016 mit dem Leitthema „Rendezvous mit der Realität" wird in zwei Teilen reflektiert. Teil 1 dokumentiert den Kongressverlauf durch verschiedene Formate (Speed-Datings, Hauptvorträge, Panels, Workshops, Nachwuchswissenschaftler-Präsentationen) und analysiert zentrale Inhalte: Regina Polaks Perspektive auf Migration als „locus theologicus", Rudolf Englerts Kritik der Aufklärungsskepsis sowie Bernd Schröders Analyse von Konfessionslosigkeit und Religionspluralismus. Die Erkenntnisse werden unter vier emotionalen Kategorien geordnet: wiedererkennende/bestätigende Erkenntnisse (Diskrepanz zwischen Theorie und Schulpraxis, Bedeutung verschiedener Lernorte), neue/inspirierende Erkenntnisse (Analyse der Konfessionslosen, Migrationserfahrungen), erschreckende/ratloszumachende Erkenntnisse (unzureichende praktische Vorschläge für Herausforderungen durch Migration und Fundamentalismus) sowie hoffnungsvolle/realitätsgeerdete Erkenntnisse (Integrationsbefähigung junger Erwachsener, Religion als Lösungsansatz). Teil 2 skizziert fünf zentrale Herausforderungen: (1) religionspädagogische Hermeneutik und milieugerechte Pädagogik jenseits der Mittelschicht, (2) hochschuldidaktische Hermeneutik, die Diversität der Studierenden ernst nimmt, (3) konzeptionelle Herausforderungen einer politischen Religionspädagogik angesichts von Migration und Fundamentalismus, (4) bildungstheoretische und fachpolitische Fragen zum Religionsunterricht für alle einschließlich Religionsfreier sowie (5) hochschulpolitische Anforderungen an die Geisteswissenschaften. Die Autoren betonen, dass diese Herausforderungen arbeitsteilig angegangen werden müssen und dass sich die Religionspädagogik ihrer Stärke als hermeneutische und empirische Wissenschaft bewusst bleiben muss.