Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe ab Klasse neun sowie für die gymnasiale Oberstufe. Es ermöglicht eine differenzierte Auseinandersetzung mit den Themen Religion, religiöse Gemeinschaften, Freiheit des Glaubens, Gewissensentscheidung und religiöser Missbrauch. Im Unterricht sollte zunächst geklärt werden, wodurch sich Religionen, Freikirchen und Sekten unterscheiden und weshalb diese Begriffe sorgfältig verwendet werden müssen. Das Video bietet zahlreiche Gesprächsanlässe über die Grenzen religiöser Autorität, den Wert persönlicher Freiheit sowie die Bedeutung von Menschenrechten und demokratischen Grundwerten. Die Lernenden können Aussagen des Protagonisten analysieren und die Mechanismen untersuchen, mit denen Gruppenzwang, Abhängigkeit und Kontrolle entstehen. Ebenso eignet sich das Medium zur kritischen Reflexion über Verschwörungserzählungen, Medienkompetenz und den verantwortungsvollen Umgang mit Informationen. In Gruppenarbeiten können verschiedene Aspekte wie Familienstrukturen, religiöse Erziehung, Ausstieg aus geschlossenen Gemeinschaften oder die Rolle von Medien recherchiert und präsentiert werden. Eine Diskussion über Religionsfreiheit und deren Grenzen eröffnet Möglichkeiten, zwischen geschützter Glaubensausübung und problematischen Entwicklungen innerhalb religiöser Gemeinschaften zu unterscheiden. Das Video fördert die Urteilskompetenz, die Fähigkeit zum Perspektivwechsel sowie die Sensibilität gegenüber Menschen, die religiösen oder ideologischen Abhängigkeiten ausgesetzt sind. Aufgrund einzelner belastender Inhalte empfiehlt sich eine sorgfältige Vor und Nachbereitung sowie eine altersgerechte Auswahl der Sequenzen.
Für den katholischen Religionsunterricht bietet die Dokumentation eine wertvolle Grundlage, um sich mit den Themen Religionsfreiheit, Gewissensbildung und verantworteter Glaubenspraxis auseinanderzusetzen. Sie macht deutlich, wie religiöse Sprache und Symbole missbraucht werden können, um Menschen in Angst und Abhängigkeit zu halten. Dabei zeigt Simons Geschichte zugleich, wie wichtig kritisches Denken, Bildung und innere Freiheit sind, um sich solchen Strukturen zu entziehen. Gerade im Kontrast zwischen seinem familiären Umfeld und den Impulsen seiner Schule wird sichtbar, wie Glaube dann lebensdienlich wird, wenn er mit Freiheit und Verantwortung verbunden ist.
Im Unterricht eröffnet der Film die Möglichkeit, über die Merkmale sektenhafter Strukturen nachzudenken und diese mit dem zu vergleichen, was die Kirche unter gelebter Gemeinschaft versteht. Schülerinnen und Schüler können sich mit der Frage auseinandersetzen, was gesunde religiöse Praxis von manipulativer unterscheidet, und dabei Kriterien für einen verantworteten Glauben entwickeln. Die Beschäftigung mit biblischen Impulsen wie „Die Wahrheit wird euch frei machen“ (Joh 8,32) oder „Wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit“ (2 Kor 3,17) kann eine theologische Vertiefung eröffnen, die verdeutlicht, dass Glaube niemals in Unterdrückung und Zwang münden darf, sondern immer Befreiung und Würde zum Ziel hat. So kann die Auseinandersetzung mit der OCG nicht nur zur kritischen Aufklärung über die Gefahren von Sekten führen, sondern zugleich die religiöse Mündigkeit der Lernenden stärken und ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Glaube und Vernunft, Freiheit und Verantwortung untrennbar zusammengehören.