Der erste Schritt identifiziert Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede von Buddha und Jesus. Im nächsten Schritt wird der Bezug zwischen Selbstsuche und Selbstsucht beleuchtet. Nachfolgend wird diese Gleichung dekonstruiert, da Selbstsucht nicht das automatische Ergebnis von Selbstsuche ist. Das Gleichnis vom reichen Kornbauern (Lk. 12,16-21) wird als Beleg herangezogen.
Das buddhistische Menschenbild ist recht negativ ausgelegt, da es dem Menschen grenzenlose Bezogenheit auf sich und keine Möglichkeit gelingender Nächstenliebe unterstellt. Auch Liebe zu anderen wird nur zu Leid führen, da ihr Schutz und der Wunsch, sie ganz zu besitzen, zu Gewalt und Leid führen wird. Das Christentum prägt hingegen an ein positives Ideal des Menschen, auch wenn die Gegenwart dazu wenig Anlass gibt. Das Gleichnis zeigt den Wusch nach Verteilungsgerechtigkeit und Nächstenliebe. Das Extrem des Buddhismus hingegen zeigt als Verlassen aller Bindungen auf als Weg ins Nirvana auf.
Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe II innerhalb der Themenbereiche Weltreligionen, interreligiöser Dialog, Sinnsuche, Leid, Ethik und Menschenbild. Die Lernenden erhalten die Möglichkeit, zentrale Gedanken des Christentums und Buddhismus miteinander zu vergleichen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede differenziert wahrzunehmen. Didaktisch empfiehlt sich ein dialogischer Einstieg über die Frage, warum Menschen leiden und was zu einem gelingenden Leben beitragen kann. Anschließend kann der fiktive Dialog zwischen Jesus und Buddha abschnittsweise gelesen und analysiert werden. Besonders geeignet sind arbeitsteilige Gruppenarbeiten, in denen einzelne Aussagen Jesu und Buddhas untersucht und gegenübergestellt werden. Auch das Gleichnis vom reichen Kornbauern bietet gute Möglichkeiten zur ethischen Reflexion über Besitz, Selbstbezogenheit und Verantwortung. Methodisch eignen sich Rollenspiele, Debatten, Vergleichstabellen oder kreative Schreibaufträge, etwa das Verfassen eines weiteren Gesprächsteils zwischen Jesus und Buddha zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen. Lehrkräfte sollten darauf achten, beide Religionen wertschätzend und differenziert darzustellen sowie vereinfachende Gegenüberstellungen zu vermeiden. Das Material fördert insbesondere interreligiöse Kompetenz, Perspektivwechsel, Reflexionsfähigkeit und die Fähigkeit, religiöse Weltdeutungen miteinander ins Gespräch zu bringen. Durch die Verbindung theologischer, philosophischer und ethischer Fragestellungen eignet sich das Medium zudem sehr gut für fächerübergreifendes Arbeiten mit Ethik oder Philosophie.