In einem ersten Schritt werden biografische Hintergründe für islamischen Fundamentalismus am Beispiel von bin Laden. Weiterhin werden persönliche Gründe und Ängste dieser Person für ihre Einstellungen gesammelt. Dem werden Heils, Visionen und Hoffnungen dieser Personen gesammelt. Dafür stehen Textmaterialien zur Verfügung. Diese drei Aufträge erfolgen für einen fiktiven durchschnittlichen evangelikalen und somit christlich fundamentalistischen Bürger. In einem nächsten Schritt können diese beiden Einstellungen verglichen werden. Dabei zeigt sich, dass es viele Parallelen zwischen islamischen und christlichen Fundamentalismus gibt.
Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der gymnasialen Oberstufe innerhalb der Themenbereiche Religion und Gewalt, Fundamentalismus, religiöse Identität, Toleranz und interreligiöser Dialog. Die Lernenden erhalten die Möglichkeit, fundamentalistische Denkweisen differenziert zu analysieren und dabei zwischen Religion und extremistischen Ausprägungen zu unterscheiden. Didaktisch empfiehlt sich ein sensibler und reflektierter Zugang, da das Thema gesellschaftlich und emotional stark aufgeladen sein kann. Besonders sinnvoll ist die im Material vorgeschlagene biografische Methode, bei der die Lernenden unterschiedliche Lebensgeschichten untersuchen und dabei nach Hintergründen, Ängsten, Hoffnungen und Weltbildern fragen. Durch Gruppenarbeit und Präsentationen können verschiedene Formen von Fundamentalismus miteinander verglichen werden. Dabei lernen die Lernenden, wie Unsicherheit, Angst vor gesellschaftlichem Wandel oder das Bedürfnis nach klaren Orientierungssystemen fundamentalistische Haltungen begünstigen können. Methodisch eignen sich Mindmaps, Diskussionen, Fallanalysen oder Debatten über die Grenzen religiöser Überzeugungen und die Bedeutung von Toleranz in pluralen Gesellschaften. Lehrkräfte sollten darauf achten, religiöse Gruppen nicht pauschal zu bewerten und stereotype Darstellungen zu vermeiden. Wichtig ist eine klare Unterscheidung zwischen religiösem Glauben und extremistischen Auslegungen. Das Medium fördert insbesondere Dialogfähigkeit, Perspektivwechsel, Urteilsfähigkeit und die Kompetenz, gesellschaftliche Konflikte differenziert zu analysieren. Durch die Verbindung religiöser, gesellschaftlicher und politischer Fragestellungen eignet sich das Material auch sehr gut für fächerübergreifendes Arbeiten mit Ethik, Politik oder Geschichte.