Der Einstieg gelingt durch ein Textbeispiel zu sozialer Ungerechtigkeit. Anhand dieses Beispiels werden persönliche Maßstäbe zu Gerechtigkeit dekonstruiert und reflektiert.
Dies wird durch ein weiteres Material mit einem diagonalen Strich zu eigenen Positionierung vereinfacht. Dabei wird markiert, welche Position der beiden Personen der Geschichte zu Einkommensgerechtigkeit persönlich vertreten wird.
In einem weiteren Schritt werden grundlegende Begriffe aus dem Themenbereich Gerechtigkeit definiert. Dies geschieht in Gruppenarbeit mithilfe von Brainstorming oder einer offenen Webrecherche. Zu klärende Begriffe sind in einem Material enthalten. Diese sollten ohne die Lösungen an der Tafel notiert werden.
Zu den Begriffen gehören Gleichberechtigung, ausgleichende Gerechtigkeit, soziale Gerechtigkeit, Geschlechtergerechtigkeit, Verteilungsgerechtigkeit und gesetzliche Gerechtigkeit. Im nächsten Schritt werden Gerechtigkeitsformeln mit eigenen Worten erklärt und mit Beispielen versehen.
Die Zitate stellen unterschiedliche Vorstellungen von Gerechtigkeit zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Systemen vor: Jedem das seine jedem nach seinem Rang jedem was ihm zusteht, jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen, jedem das Gleiche. Je nach Lerngruppe kann das politische System oder die Gesellschaftsordnung identifiziert werden, die dieses Gerechtigkeitsbild vertreten hat. Der nachfolgende Schritt enthält sieben Beispiele zu den Gerechtigkeitsvorstellungen, die dann zugeordnet werden.
Ein weiterer Schritt nimmt Bezug auf die Geschichte aus dem Einstieg. Die beiden Personen dort werden auf ihre Gerechtigkeitsvorstellungen untersucht. Dabei wird nach dem Solidaritätsprinzip, dem Leistungsprinzip und dem Willkür/Nützlichkeitsprinzip differenziert.
Maßstäbe für alle drei Prinzipien werden in einem Material angegeben. Nützlichkeit ist deswegen mit Willkür verbunden, weil sie nur begrenzt auf objektive Grundlagen zurückgreifen kann.
Die Geschichte ist dort erneut abgedruckt. Je nach Lerngruppe kann als Entlastung ein Wortfeld genutzt werden, um die drei Kategorien auszufüllen.
Der nächste Schritt verbinde die drei Prinzipien mit der Lebenswelt durch Zuordnung verschiedener Berufe und deren Einkommenshöhe.
Der biblische Bezug gelingt im nächsten Schritt über die Arbeiter im Weinberg. Hier wird das Prinzip göttlicher Gerechtigkeit analysiert und dann mit den drei anderen Prinzipien verglichen. Dazu stehen acht Arbeitsaufträge zur Verfügung.
Der nachfolgende Schritt vertieft diese Erkenntnisse über die bekannte Karikatur von der Chancengleichheit. Elefant, Fisch und Vogel sollen alle auf denselben Baum gelangen. Ein nachfolgender Schritt bezieht die bisher gewonnenen Erkenntnisse auf die gegenwärtige Sozialpolitik.
Armut trotz Vollzeitarbeit ist in dieser Gesellschaft eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Dabei wird auch der Mindestlohn thematisiert. Die Gerechtigkeit Maßstäbe, die bisher erarbeitet wurden, werden auch hier genutzt.
Den Mindestlohn könnte als göttliche Gerechtigkeit ansehen werden, so wie ihn der Besitzer des Weinbergs gibt. Jedoch ist hier mit dem Mindestlohnkonzept die Möglichkeit gegeben, mehr Lohn durch zusätzliche Qualifikation und Arbeit zu erwerben. Damit würde auch dem Leistungsaspekt Rechnung getragen. Der Nützlichkeitsaspekt wird insofern berücksichtigt, dass ein Arzt in jedem Fall mehr als den Mindestlohn erhalten würde.
Abschließend ist eine Reflexion der Unterrichtsreihe und der eigenen Erkenntnisse über ein Material mit einer Zielscheibe möglich. Die eigene Fachkompetenz, Selbstkompetenz, soziale Kompetenz und Methodenkompetenz werden dabei selbst bewertet.