Lernende können erkennen, dass christlicher Glaube nicht nur in Texten und Lehren, sondern auch in Räumen, Bildern, Ritualen, Musik, Wegen und gemeinschaftlichen Formen der Erinnerung Ausdruck findet. Didaktisch sinnvoll ist ein Einstieg über die Frage, welche Orte Lernende als tröstlich, heilig, besonders oder erinnerungswürdig erleben. Anschließend kann das Medium abschnittweise eingesetzt werden, etwa zu Kalvarienbergen als Glaubensorten, zur Darstellung des Leidens Jesu, zu Passionsspielen, zu heiligen Gräbern und zur Verbindung von persönlichem Leid mit christlicher Hoffnung. Methodisch bieten sich Bildbetrachtungen, Standbilder, ein eigener Kreuzweg mit heutigen Leidensstationen, kreative Schreibaufgaben, eine Kartierung europäischer Kalvarienberge oder ein Vergleich mit anderen Formen religiöser Erinnerung an. Besonders wertvoll ist die Verbindung von Karfreitag und Ostern, damit das Leiden Jesu nicht isoliert betrachtet wird, sondern im Horizont von Auferstehung, Trost und Hoffnung steht. Sensibel begleitet werden sollte die Auseinandersetzung mit Leid, Tod, Schuld und Trauer, da persönliche Erfahrungen der Lernenden berührt werden können. Das Medium fördert religiöse Sprachfähigkeit, ästhetisches Lernen, historisches Bewusstsein und die Fähigkeit, christliche Symbole als Deutungsangebote für menschliche Grenzerfahrungen zu verstehen.