Der Einstieg gelingt über eine Bildanalyse, aktuelle afrikanische Kulturdarstellungen und der verzehrenden völkerschau Darstellungen vor dem Zweiten Weltkrieg. Dabei wird das lange verbreitete abwertende Vorurteil gegenüber afrikanische Kultur erfasst. Es entstehen in Gruppenarbeit Standbilder zum Thema mit drei Christen aus Asien, Afrika und Ozeanien. Aus einem Foto dieses selbst entwickelten Standbildes kann ein Werbeplakat für eine interkulturelle Veranstaltung entstehen.
In einem weiteren Schritt wird das frühere Missionsverständnis des Imperialismus mit dem heutigen Missionsverständnis der Enzyklika redemptoris Missio verglichen. Dabei stehen sich der Versuch einer kulturellen Weiterentwicklung durch Übernahme europäischer Werte und eine afrikanische Kultur akzeptierende Mission Vorstellung gegenüber.
Lernende setzen sich mit eigenen Vorstellungen von Fremdheit, Kultur und Religion auseinander und reflektieren kritisch historische Fehlentwicklungen wie Überlegenheitsdenken und Zwangsbekehrung. Der Einstieg über einen Bildvergleich ermöglicht einen emotionalen Zugang und fördert die Wahrnehmung von Vorurteilen und Klischees. In der Erarbeitungsphase können Lernende zentrale Texte analysieren und Unterschiede zwischen früheren und heutigen Haltungen der Kirche herausarbeiten. Die Methode des Standbildes bietet eine kreative und handlungsorientierte Möglichkeit, eigene Vorstellungen von gelingender Begegnung zwischen Kulturen auszudrücken und zu reflektieren. Besonders wichtig ist dabei die Förderung von Empathie, Perspektivwechsel und Urteilsfähigkeit. Der Unterricht kann durch Diskussionen ergänzt werden, in denen Fragen nach Respekt, Gleichwertigkeit und Dialog im interkulturellen Zusammenleben vertieft werden. Das Medium unterstützt so nicht nur kognitive Lernprozesse, sondern auch die Entwicklung sozialer und ethischer Kompetenzen.