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Ohne Religion keine Kriege? | Sternstunde Religion | SRF Kultur

Veröffentlichung:10.11.2020

In jeder Religion steckt eine Friedensbotschaft. Und doch sind religiöse Auffassungen immer wieder Auslöser für Gewalt, erbitterte Kriege und Unterdrückung. Wie lassen sich religiöse Konflikte beilegen? Und wäre eine Welt ohne Religion wirklich friedlicher? Ein Gespräch mit Ethnologin und Mediatorin Anaël Jambers, Spezialistin für religiöse Konflikte.

Das Video thematisiert die komplexe Rolle von Religion in Konflikten und basiert auf einem Gespräch mit einer Expertin für religiöse Konfliktforschung und Mediation. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Gewalt im Namen von Religion häufig als Religionskonflikt bezeichnet wird, obwohl die Ursachen oft tiefer liegen. Anhand verschiedener Beispiele wird deutlich, dass Konflikte selten allein auf Glaubensinhalte zurückzuführen sind, sondern meist mit Fragen von Macht, Ressourcen, Identität und politischer Teilhabe zusammenhängen. Gleichzeitig wird hervorgehoben, dass Religion sowohl konfliktverschärfend als auch friedensstiftend wirken kann. Das Medium zeigt zudem anhand konkreter Mediationsarbeit, etwa in Marokko, wie Dialogprozesse zwischen unterschiedlichen Gruppen gestaltet werden können und welche Bedeutung persönliche Begegnung und Vertrauen für Konfliktlösungen haben.

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Als Einstieg kann eine provokative Leitfrage dienen, etwa ob Religion eher Ursache von Gewalt oder Quelle von Frieden ist. Lernende können zunächst ihre eigenen Vorstellungen und Erfahrungen einbringen. In der Erarbeitungsphase eignet sich das Medium zur Analyse von Konfliktursachen, wobei zwischen religiösen, politischen und sozialen Faktoren unterschieden werden kann. Methodisch sinnvoll ist Gruppenarbeit, in der Lernende verschiedene Fallbeispiele untersuchen und ihre Ergebnisse präsentieren. Besonders gewinnbringend ist die Auseinandersetzung mit der Rolle von Identität und Zugehörigkeit, die durch Religion geprägt sein kann. Eine Vertiefung kann durch Rollenspiele oder simulierte Dialogformate erfolgen, in denen Lernende die Perspektiven unterschiedlicher Konfliktparteien einnehmen. Auch die Analyse von Mediationsstrategien bietet sich an, um konstruktive Lösungsansätze kennenzulernen. Darüber hinaus kann der Begriff der Säkularität thematisiert und mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Modellen verglichen werden. Ziel ist es, bei Lernenden ein reflektiertes Verständnis für die Ambivalenz von Religion zu fördern und sie zur aktiven Gestaltung eines respektvollen Zusammenlebens zu befähigen.

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Sekundarstufe II | E1 Religion und Mensch in einer pluralen Welt

E1.5 Gefährliche Religion?.

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