Der Artikel erklärt zunächst den Begriff der Sicherheitspolitik. Sicherheitspolitik umfasst politische Maßnahmen zum Schutz eines Staates und seiner Gemeinschaft. Moderne Sicherheitspolitik betrifft nicht nur die Verteidigung von Grenzen, sondern auch gesellschaftliche, internationale und globale Risiken. Der Autor macht deutlich, dass nicht jede Form staatlicher Sicherheit automatisch moralisch gerechtfertigt ist. Besonders totalitäre Staaten können sich nicht einfach auf Sicherheitsinteressen berufen. Sicherheitspolitik benötigt deshalb immer eine ethische Legitimation.
Anschließend beschreibt Koch die Militärethik. Sie beschäftigt sich mit der moralischen Bewertung militärischen Handelns. Soldaten tragen Verantwortung für ihr Handeln und können sich nicht allein auf Befehle berufen. Der Artikel erklärt die traditionelle Unterscheidung zwischen dem Recht zum Krieg und dem Recht im Krieg. Moderne militärethische Ansätze fordern jedoch, dass Soldaten auch die moralische Rechtfertigung eines Einsatzes prüfen müssen. Besonders in asymmetrischen Konflikten verschwimmen die Grenzen zwischen Kombattanten und Zivilisten, wodurch neue ethische Probleme entstehen.
Im Mittelpunkt steht danach die Friedensethik. Frieden bedeutet nach Koch nicht nur die Abwesenheit von Gewalt, sondern einen Zustand gerechter und gelingender Beziehungen zwischen Menschen. Der Autor greift dabei auf Thomas von Aquin zurück. Frieden entsteht demnach durch gemeinsame Orientierung am Guten und durch gerechte Beziehungen. Das christliche Friedensverständnis beschreibt Frieden als Ganzheit zwischen Mensch, Mitmenschen und Gott. Auch in pluralistischen Gesellschaften bleibt dieser Gedanke wichtig.
Der Artikel zeigt weiter, dass Friedensethik Fragen nach legitimer Gewalt und gerechter Staatlichkeit behandelt. Gewalt kann in Ausnahmefällen als letztes Mittel notwendig erscheinen. Trotzdem bleibt Frieden das übergeordnete Ziel. Friedensethik beeinflusst deshalb sowohl sicherheitspolitische Entscheidungen als auch die Militärethik.
Im letzten Teil beschäftigt sich Koch mit ethischer Bildung. Ethisches Lernen entsteht nicht nur durch Unterricht, sondern auch durch Vorbilder, Gemeinschaft und persönliche Haltungen. Friedensethik versteht der Autor deshalb stark als Tugendethik. Tugenden wie Dankbarkeit, Friedfertigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Tapferkeit sind notwendig, damit friedliches Zusammenleben gelingt. Auch Sicherheitspolitik benötigt solche Tugenden, um Eskalationen und Bedrohungen zu vermeiden.