Der Artikel behandelt Symboldidaktik als religionspädagogische Aufgabe, die es verlangt, die symbolischen Ausdrucksformen von Schülerinnen und Schülern wahrzunehmen und zu deuten. Symbole sind Zeichen, die auf eine andere Wirklichkeit verweisen und in religiösen Kontexten zentral sind, etwa beim Kreuzzeichen, der Taufe oder der Lichtsymbolik. Der Autor erläutert die etymologische Herkunft des Wortes "Symbol" vom griechischen "symballein" (zusammenfügen) und präsentiert verschiedene wissenschaftliche Definitionen aus Linguistik, Semiotik und Theologie. Ferdinand de Saussure unterscheidet das Symbol als Zeichen mit natürlicher Beziehung zum Bezeichneten vom rein konventionellen Zeichen, während Charles Sanders Peirce das Symbol als rein konventionell definiert. Ernst Cassirer begreift den Menschen als "animal symbolicum", das nur über Symbole einen Wirklichkeitsbezug hat. Paul Tillich bestimmt vier zentrale Merkmale: Uneigentlichkeit, Unanschaulichkeit, Selbstmächtigkeit und Anerkanntheit. Der Artikel zeigt, dass Symbole mehrdeutig und semantisch polyvalent sind und dass die rationale Interpretation von Symbolen ihre hintergründige Wirklichkeit nicht vollständig erfassen kann. Gemeinsame Merkmale von Symbolen sind das Verweisen auf etwas Anderes, die Repräsentation von Abwesendem und ihre Fähigkeit, emotionale und spirituelle Bedeutungen zu vermitteln. Die Symboldidaktik nutzt diese Erkenntnisse, um Schüler bei der Erschließung religiöser Bedeutungen zu unterstützen und die Ambivalenz von Symbolen kritisch zu analysieren.