Der Artikel behandelt die Säkularisierungsthese, ein umstrittenes Konzept, das den Rückgang der gesellschaftlichen Bedeutung von Religion in modernen Gesellschaften beschreibt. Der Begriff entwickelte sich vom kirchenrechtlichen Kontext des Mittelalters zu einem kulturhistorischen Konzept, das verschiedene Bedeutungsschichten aufweist. Pollack unterscheidet zwischen genealogischen Deutungen (Säkularisierung theologischer Ideen) und quantitativen Ansätzen (Rückgang der Religiosität), wobei letztere in den Sozialwissenschaften dominiert. Der Artikel analysiert zentrale Säkularisierungstheorien von Wilson, Bruce und Luhmann, die unterschiedliche Modernisierungsfaktoren wie Differenzierung, Pluralismus und funktionale Spezialisierung als Ursachen religiösen Wandels ausmachen.