Der Artikel bietet eine umfassende Würdigung Karl Ernst Nipkows als führender Vertreter der Religionspädagogik im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts. Nipkow wurde 1928 in Bielefeld geboren und prägte die Disziplin durch seine Kombination von theologischem und erziehungswissenschaftlichem Denken grundlegend. Seine Karriere an verschiedenen Universitäten (Marburg, Hannover, Tübingen) ermöglichte eine mehr als 30-jährige Lehrtätigkeit und umfangreiche Vortragstätigkeit, deren Auswirkungen international bis in Länder wie Korea, Russland und Spanien reichten. Nipkows frühe Arbeiten befassten sich mit dem grundlegenden Wandel des Religionsunterrichts und der Religionsdidaktik in der Nachkriegszeit, insbesondere mit dem Übergang zum problemorientierten Religionsunterricht. Sein Hauptwerk „Grundfragen der Religionspädagogik" (1975–1982) markiert einen Wendepunkt in der Disziplin und bietet eine gesellschaftstheoretisch-sozialwissenschaftliche sowie theologische Grundlegung der Religionspädagogik. Charakteristisch für Nipkows Ansatz war seine „konvergenztheoretische" Verbindung von Erziehungswissenschaft und Theologie, die auch in seiner Auffassung von Elementarisierung deutlich wird. Er verstand Religionspädagogik nicht als bloßer Transport theologischer Inhalte, so