Der Artikel analysiert Korrelation als zentralen Fachbegriff der modernen Religionspädagogik. Das Wort setzt sich etymologisch aus dem lateinischen cor (zusammen) und relatio (Beziehung) zusammen und bezeichnet ursprünglich in der Wissenschaftssprache eine Wechselbeziehung zwischen Phänomenen ohne Aussage über Kausalität. In der Theologie wurde der Begriff durch Paul Tillich eingeführt, der Korrelation als Wechselbeziehung zwischen existenzialen Menschheitsfragen und der christlichen Botschaft verstand. Der Autor unterscheidet fünf oder drei theologische Ebenen der Korrelation: Glaubensvollzug, theologische, hermeneutische, didaktische und methodische Korrelation. In der Religionspädagogik der 1970er und 1980er Jahre entstand das Korrelationskonzept als Antwort auf gesellschaftliche Veränderungen und frühere religionspädagogische Ansätze wie die Materialkerygmatik. Das Konzept zielt darauf, Glaube und Leben, christliche Religion und gegenwärtige Lebenswelten miteinander zu verbinden und beruht auf einem anthropologischen Ansatz, der Schüler als Subjekte ernst nimmt. Der Artikel zeigt, dass Korrelation nicht nur theoretisches Prinzip ist, sondern konkrete Konsequenzen für didaktisch-methodisches Handeln von Religionspädagogen hat. Die religionspädagogische Theoriebildung reflektiert dabei kritisch die strukturelle Umsetzbarkeit des Korrelationsprinzips im institutionellen Kontext und dessen Anknüpfungspunkte an gelebten Glauben.