Der Artikel von Britta Konz behandelt die Judenverfolgung im Mittelalter und der frühen Neuzeit aus religionspädagogischer Perspektive. Der Autor argumentiert, dass Geschichtsbewusstsein für die Identitätsbildung von Schülern essentiell ist und dass Erinnern nicht nur Rekonstruktion, sondern auch Selbstverortung in der Gegenwart darstellt. Ein zentraler Kritikpunkt ist, dass Deutsch-jüdische Geschichte in Lehrplänen unterrepräsentiert ist und die Verfolgungsgeschichte zu einseitig im Vordergrund steht, wodurch Juden als passive Opfer statt als aktive Gestalter wahrgenommen werden. Der Artikel betont, dass es im Mittelalter keine kontinuierliche Verfolgung gab, sondern periodische Konflikte abwechselten mit Phasen des Zusammenlebens. Die wirtschaftliche Dimension wird hervorgehoben: Juden waren als Händler und Vermittler zwischen christlichen und islamischen Welten von großer Bedeutung für das Wirtschaftswachstum und erhielten dafür Schutzprivilegien. Der Artikel plädiert dafür, dass Schulunterricht sowohl an Verfolgung erinnern als auch Juden in ihrer Rolle als Mitgestalter der modernen Welt würdigen sollte, um gleichberechtigte Dialogpartnerschaft zu fördern und ein respektvolles Miteinander der Religionen anzubahnen.