Inklusion beschreibt die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen in der Gesellschaft und ist seit den 1970er Jahren ein zentrales Konzept in pädagogischen Debatten, besonders bezogen auf Menschen mit Behinderungen und Migrationshintergrund. Die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen (2006) löste einen bildungspolitischen Paradigmenwechsel aus: Anstatt dass sich Kinder an bestehende Schulstrukturen anpassen müssen, müssen sich Schulen an die Bedürfnisse aller Kinder anpassen. Dies bedeutet, dass jedes Kind einen Rechtsanspruch auf wohnortnahe, qualitativ hochwertige Bildung in Regelschulen hat. Das deutsche Schulsystem durchläuft derzeit einen Übergangsprozess von einem separaten Förder- zu einem integrativen Schulsystem, wobei viele organisatorische und finanzielle Fragen noch ungeklärt sind. Inklusive Pädagogik geht von heterogenen Lerngruppen aus und sieht verschiedene Dimensionen von Unterschiedlichkeit (Herkunft, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Fähigkeiten) als Ausgangspunkt des Lernens. Ein zentrales Problem ist die sogenannte „Zwei-Gruppen-Theorie", die behinderte und nichtbehinderte Schüler unterscheidet und damit eine versteckte Segregation aufrechterhält. Das Konzept der echten Inklusion verlangt, dass alle Lehrkräfte adäquat vorbereitet werden und multiprofessionelle Teams an Schulen arbeiten. Das kanadische Modell in Ontario zeigt beispielhaft, wie Inklusion über die Kategorie Behinderung hinaus auch ethnokulturelle Gerechtigkeit, Geschlechtergerechtigkeit und se