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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftMartina Steinkühler

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Martina Steinkühler

Erzählen bibeldidaktisch

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel untersucht das Erzählen als zentrale bibeldidaktische Praxis und Kommunikationsform. Erzählen wird als unverzichtbar für die Vermittlung von Glaube und Sinnstiftung dargestellt, da es konkret, bildlich und ganzheitlich wirkt. Die Bibel selbst ist grundlegend narrativ geprägt und nutzt Geschichten, um Transzendentes und Unverfügbares auszudrücken. Der Artikel legt dar, wie biblische Erzählungen durch ihre Offenheit und Authentizität Leser:innen aktivieren und zum Nachdenken herausfordern.

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Der Artikel von Martina Steinkühler behandelt Erzählen als fundamentales bibeldidaktisches Phänomen. Ausgehend vom philosophischen Gedanken Odo Marquards, dass Menschen ihre Identität durch Geschichten konstituieren, wird Erzählen als notwendige kompensatorische Praxis moderner Zeiten begründet. Erzählungen gehören zur Poetik (neben Drama und Lyrik) und stellen verdichtete Formen der Lebensdeutung dar, deren Wahrheit auf der Deutungsebene liegt. Charakteristisch sind sie als Handlungs-Widerfahrnis-Gemische, die ohne zu erklären informieren, bewegen und unterhalten (docere, movere, delectare). Zur Erfassung von Erzählungen dienen die Kategorien Personen, Ort und Zeit, Ereignis und Kern (POZEK-Schlüssel). Die Bibel ist ihrer historischen Wurzeln nach eine Erzählkultur, in der mündliche Tradierung identitätsstiftend wirkte. Biblische Erzählungen erfüllen spezifische Funktionen: Sie schaffen Raum für Bilder, Annäherungen und Transzendenz und widmen sich dem Unverfügbaren. Jesus nutzt Parabeln zur Vermittlung des Himmelreichs, das sich nicht begrifflich fassen lässt. Biblische Erzähler halten sich mit Kommentaren zurück und schaffen dadurch Leerstellen, die Leser:innen aktiv füllen müssen. Dies erzeugt Involviertheit und tiefgreifende Wirkung. Biblische Erzählungen unterscheiden sich gattungsmäßig (mythisch, Lebensgeschichten, Wundererzählungen, Gleichnisse) und wirken durch ihre Konkretheit, Plastizität und Offenheit. Sie ermöglichen Identifikation, Staunen und kritische Reflexion zugleich.

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