Der Artikel systematisiert biblische Motive und deren Präsenz in der Popkultur als Ressource der Religionsdidaktik. Lindner legt dar, dass biblische Motive (im Sinne von Gerd Theißen) nicht nur Textmotive, sondern Lebensmotive sind, die implizit in Popmusik, Literatur und anderen Medien wirken. Sie entwickelt ein lerntheoretisches Modell zur Unterscheidung von Motiven und identifiziert drei Grundmotive (Schöpfung/Leben, Weisheit, Wunder) sowie weitere Motive wie Hoffnung, Umkehr, Exodus und Stellvertretung. Die zentrale Einsicht: Diese implizite Wahrnehmung biblischer Traditionen in der Popkultur kann didaktisch genutzt werden, um Schüler zur Bibel zu motivieren. Lindner bietet eine umfangreiche Tabelle mit konkreten Popkultur-Beispielen (Songs, Literatur) zu jedem Motiv und entwickelt didaktisch-methodische Umsetzungsformen (Symboldidaktik, Polaritätsprofile, Hördurchgänge) für die Unterrichtspraxis.