Alltagsintegrierte religiöse Bildung ist ein in der Elementarpädagogik verankertes religionspädagogisches Konzept, das religiöse Lernprozesse in alltäglichen Lebenssituationen von Kindern verankert. Der Ansatz wird durch zentrale Publikationen von Scheilke und Schweitzer sowie durch Judith Webers Konzept der Religionssensibilität geprägt, das sich auf Martin Lechners Forschungen zur Religion in der Jugendhilfe bezieht. Das Konzept basiert auf der Wahrnehmung der tatsächlichen Religiosität und Nicht-Religiosität von Kindern und nutzt verdichtete Alltagserfahrungen – sogenannte Schlüsselerfahrungen – als Ausgangspunkt für religiöse Reflexion. Zentral ist die Vorstellung, dass religiöse Erfahrungen das Tiefere der Wirklichkeit spüren lassen und einen größeren Sinnzusammenhang eröffnen. Religiöse Bildung findet nicht planmäßig statt, sondern wird durch kindliches Erleben initiiert; Konflikte werden beispielsweise erst bearbeitet, wenn Kinder sie bewusst erlebt haben. Nicht spezialisierte Experten, sondern alle pädagogischen Fachkräfte als Bezugspersonen sind Träger dieser religiösen Bildung und benötigen dafür Religionssensibilität als Querschnittskompetenz. Der Ansatz wurzelt in der Lebensweltorientierung nach Thiersch, dem situationsorientierten Ansatz nach Krenz und der Korrelationsdidaktik der Würzburger Synode, die Glaubensüberlieferung und Gegenwartserfahrung in Wechselbeziehung setzt. Religion wird als integrale Dimension im alltäglichen Miteinander verstanden, die Leben, Lernen und Feiern durchdringt und damit Glaube konkret erlebbar macht.