Seit den 1960er Jahren wird vermehrt eine Wirklichkeitskonzeption diskutiert, die davon ausgeht, dass Relationen den Relata ontologisch vorgeordnet sind. Dieser Ansatz ‚relationaler Ontologie‘ lässt sich mit biblisch-theologischen Einsichten verbinden: Wirklichkeit im eigentlichen Sinne kommt nur dem in sich beziehungsreichen Dreieinen Gott zu – und seinen Geschöpfen, insoweit sie auf ihn ausgerichtet sind. An ihrer Bezogenheit auf den Dreieinen Gott hängen ihr Sein und ihre Identität. Vermittelt wird die ontisch wirksame Bezogenheit auf den Dreieinen Gott wesentlich narrativ: durch das promissionale Hineinerzählen in die Geschichte Jesu Christi in, mit und unter der geisterfüllten Verkündigung des Evangeliums, das die Wirklichkeit des Dreieinen Gottes eröffnet. „Non ergo essem, deus meus, non omnino essem, nisi esses in me. An potius non essem, nisi essem in te, ex quo omnia, per quem omnia, in quo omnia? Etiam sic, domine, etiam sic.“ Augustinus, conf. 1,21