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Klaus UnterburgerMünchner Theologische Zeitschrift

Klaus Unterburger,

Münchner Theologische Zeitschrift

Gott erfahren in den nichtchristlichen

Veröffentlichung:1.5.2026

Die im 19. Jahrhundert entstandene Religionswissenschaft trat zwar in Konkurrenz zur christlichen Theologie, war aber selbst – wie Münchener Debatten zeigen – durch den modernen psychologischen Religionsbegriff und christlich-theologische Prägungen geprägt und damit keineswegs frei von Voraussetzungen und Werturteilen. Die Verurteilung des Werks Ernst von Lasaulx' durch das Heilige Offizium verdeutlicht, dass das päpstliche Rom diesen Religionsbegriff ablehnte, was zugleich Fragen zur Deutung des allgemeinen Heilswillens Gottes aufwirft.

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Die moderne Religionswissenschaft ist als wissenschaftliche Disziplin im 19. Jahrhundert entstanden und vielfach, da scheinbar objektiver, in Konkurrenz zur christlichen Theologie getreten. Die Analyse der Debatten um die fremden Religionen an der Universität München zeigt aber, dass auch auf Seiten der christlichen Theologie bedeutende religionswissenschaftliche Arbeiten entstanden sind. Der moderne, psychologische Religionsbegriff stand hinter dieser Entwicklung, der das scheinbar Gemeinsame verschiedener Kulte und Glaubensrichtungen zu verstehen half und doch zutiefst durch die christliche Theologiegeschichte geprägt war. So waren auch die Religionswissenschaften nicht frei von Voraussetzungen, Werturteilen und Projektionen. An der erstmals analysierten Verurteilung des Werks Ernst von Lasaulx’ durch das Hl. Offizium wird deutlich, dass man den modernen, psychologischen Religionsbegriff im päpstlichen Rom ablehnte. Damit wird jedoch dessen Deutung ebenso zum Problem wie die Rede vom allgemeinen Heilswillen Gottes.

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