Die Corona-Pandemie hat die Welt vor große Herausforderungen gestellt. Sie schärfte den Blick für vorhandene und fehlende Ressourcen, den Nöten der Menschen zu begegnen, und beschleunigte kirchliche und gesellschaftliche Entwicklungen, die seit Längerem im Gang sind. Der Synodale Weg war – wie unsere Autorin, Dogmatikerin in Erfurt und selbst Synodalin, aufzeigt – zunächst auf Prozessebene betroffen. Aber es gibt auch inhaltliche Bezüge, insofern die Pandemie die kirchliche Sprach-, Handlungs- und Ausdrucksfähigkeit empfindlich auf die Probe stellt und wie ein Brennglas klerikale Unwuchten offenlegt, deren Gefährdungspotenzial im Missbrauch Schutzbefohlener durch Kleriker deutlich geworden ist. Die in der Überschrift dieses Beitrags benannten Größen – die Pandemie (allüberall), die katholische Kirche (v. a. in Deutschland) und der Synodale Weg als strukturierter und repräsentativer ortskirchlicher Prozess der Selbstkritik und Erneuerung – sind je für sich viel zu groß und allesamt zu krisenbehaftet, um sie auch nur ansatzweise angemessen zu traktieren. Im Folgenden geht es (nur) darum, einige Momente ihres Wechselverhältnisses in den Blick zu nehmen. Dies geschieht in konzentrischen Kreisen, beginnend beim größten, der Corona-Pandemie, die alle Welt betrifft (1) und natürlich auch die Kirche vor Ort vor enorme Herausforderungen stellt (2). Der Synodale Weg ist zunächst in seiner äußeren Seite, auf Prozessebene, betroffen (3), aber es gibt auch insofern inhaltliche Bezüge, als die Pandemie die kirchliche Sprach-, Handlungs- und Ausdrucksfähigkeit empfindlich auf die Probe stellt und wie ein Brennglas klerikale Unwuchten und die fragil gewordenen Bindekräfte der Institution in den Blick rückt (4).