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Deutsche Welle Glaubenssachen

Deutsche Welle Glaubenssachen

Einsamkeit

Drückt ein Gefühl den Zeitgeist aus?

Veröffentlichung:25.8.2024

Das Video thematisiert Einsamkeit als persönliche, gesellschaftliche, religiöse und politische Herausforderung. Ausgehend von einem Gedicht Gabriele Wohmanns wird zwischen Alleinsein und leidvoller Einsamkeit unterschieden. Der Text verbindet aktuelle Befunde aus dem Einsamkeitsbarometer mit biblischen Motiven wie der Heilung am Teich Betesda, Jesu Einsamkeit in Gethsemane und der Wüstenerfahrung. Zudem werden theologische und philosophische Perspektiven von Karl Barth, Hegel, Meister Eckhart, Odo Marquard und Hannah Arendt aufgenommen. Deutlich wird: Einsamkeit betrifft nicht nur alte Menschen, sondern alle Altersgruppen und kann sowohl als Mangel an Beziehung als auch als Fähigkeit zum Alleinsein verstanden werden.

Das etwa zwanzig Minuten lange Audio „Einsamkeit“ aus der Reihe „Glaubenssachen“ fragt, ob Einsamkeit ein prägendes Gefühl der Gegenwart ist. Die Autorin Anne Beelte Altwig unterscheidet zunächst zwischen dem äußeren Zustand des Alleinseins und dem inneren Gefühl der Einsamkeit. Ein Mensch kann allein sein, ohne darunter zu leiden, und sich zugleich mitten unter anderen Menschen einsam fühlen. Besonders seit der Corona Pandemie wird öffentlich über Einsamkeit gesprochen. Dabei zeigt sich, dass nicht nur ältere, sondern auch viele junge Menschen betroffen sind. Das Audio unterscheidet emotionale Einsamkeit, bei der enge und verlässliche Beziehungen fehlen, von sozialer Einsamkeit, die aus mangelnder Zugehörigkeit zu Gruppen und Gemeinschaften entsteht. Einen biblischen Zugang eröffnet die Heilung des Kranken am Teich Betesda. Obwohl der Mann von vielen Menschen umgeben ist, sagt er zu Jesus, dass er keinen Menschen habe. Jesus ermöglicht ihm die Rückkehr in die Gemeinschaft. Auch Jesus kennt Einsamkeit, etwa im Garten Gethsemane, während sein Aufenthalt in der Wüste zeigt, dass bewusst gewähltes Alleinsein der religiösen Sammlung dienen kann. Weitere Gedanken widmen sich der Einsamkeitsfähigkeit, der Bedeutung von Bildung und Religion sowie der gesellschaftlichen Aufgabe von Kirchen, Vereinen, Gemeinden und öffentlichen Begegnungsorten. Abschließend warnt das Audio davor, dass dauerhafte Einsamkeit das Vertrauen in Mitmenschen, demokratische Institutionen und das Gemeinwesen schwächen kann. Zugleich macht es deutlich, dass Menschen Gemeinschaft gestalten und der Einsamkeit anderer entgegenwirken können.

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Das Audio eignet sich für den Religionsunterricht in der Sekundarstufe und kann in Unterrichtseinheiten zu Gemeinschaft, Menschenwürde, Schöpfung, Heilung, Kirche, Nächstenliebe, sozialer Verantwortung und Demokratie eingesetzt werden. Das Thema besitzt eine hohe Lebensnähe, erfordert aber besondere Sensibilität. Lernende können selbst von Einsamkeit, Trauer, Ausgrenzung, Krankheit, familiären Belastungen oder psychischen Krisen betroffen sein. Deshalb sollten persönliche Erfahrungen nicht öffentlich eingefordert werden. Die Unterrichtsleitung sollte deutlich machen, dass Lernende selbst entscheiden dürfen, ob und wie viel sie von sich erzählen. Persönliche Aussagen dürfen nicht bewertet, relativiert oder ohne Zustimmung weitergegeben werden. Zugleich sollten schulische und außerschulische Ansprechpersonen bekannt sein, falls im Unterricht ein konkreter Hilfebedarf sichtbar wird.

Als Einstieg können die Begriffe Alleinsein, Einsamkeit, Stille, Rückzug und Gemeinschaft präsentiert werden. Die Lernenden ordnen ihnen spontan Gefühle, Situationen und Bilder zu. Anschließend prüfen sie, welche Begriffe eher positiv, negativ oder mehrdeutig wahrgenommen werden. Dadurch wird die wichtige Unterscheidung vorbereitet, dass freiwilliges Alleinsein wohltuend sein kann, während unfreiwillige Einsamkeit häufig als Mangel und Belastung erlebt wird. Eine anonyme Abfrage kann zusätzliche Sicherheit schaffen. Denkbar ist etwa die Frage, in welchen Situationen Menschen Einsamkeit empfinden können. Die Ergebnisse werden gesammelt, ohne Rückschlüsse auf einzelne Personen zu ziehen.

Wegen seiner Informationsfülle sollte das Audio in mehrere Abschnitte gegliedert gehört werden. Beim ersten Hören können die Lernenden Schlüsselbegriffe notieren. Beim zweiten Hören erhalten sie gezielte Arbeitsaufträge. Eine Gruppe untersucht die Unterscheidung zwischen Alleinsein und Einsamkeit. Eine weitere Gruppe erschließt emotionale und soziale Einsamkeit. Andere Gruppen achten auf biblische Beispiele, die Rolle von Bildung und Religion oder die gesellschaftlichen Folgen von Einsamkeit. Die Ergebnisse können anschließend in einer Tabelle mit den Bereichen Begriff, Beispiel, Ursache, Folge und mögliche Hilfe geordnet werden.

Für die biblische Vertiefung eignet sich Johannes 5, besonders die Heilung des Kranken am Teich Betesda. Im Zentrum steht die Aussage des Mannes, dass er keinen Menschen habe. Die Lernenden untersuchen, weshalb dieser Satz trotz der anwesenden Menschen verständlich ist. Dabei können sie erkennen, dass räumliche Nähe noch keine tragfähige Beziehung schafft. Anschließend wird gefragt, welche Veränderungen die Begegnung mit Jesus bewirkt. Jesus nimmt den Mann wahr, spricht ihn unmittelbar an und ermöglicht ihm ein selbstständiges Leben. Die Heilung kann daher nicht nur körperlich, sondern auch sozial verstanden werden. Der Mann erhält die Möglichkeit, wieder sichtbar zu werden, zu handeln und zur Gemeinschaft zu gehören.

Als weiterer biblischer Bezug kann Genesis 2 betrachtet werden. Die Aussage, dass es nicht gut sei, wenn der Mensch allein bleibe, eröffnet ein Gespräch über die grundlegende Beziehungsfähigkeit des Menschen. Dabei sollte vermieden werden, die Aussage ausschließlich auf Ehe und Partnerschaft zu beziehen. Freundschaft, Familie, Nachbarschaft, Gemeinde und andere Formen verlässlicher Gemeinschaft gehören ebenfalls zu einem beziehungsreichen Leben. Lernende können untersuchen, welche Merkmale eine tragfähige Beziehung kennzeichnen. Erwartbare Begriffe sind Vertrauen, Verlässlichkeit, Aufmerksamkeit, Gegenseitigkeit, Respekt und die Bereitschaft zuzuhören.

Die Erfahrungen Jesu in der Wüste und im Garten Gethsemane ermöglichen eine weitere Differenzierung. In der Wüste sucht Jesus bewusst die Abgeschiedenheit. Sie wird zu einem Raum der Prüfung, Klärung und Gottesbegegnung. In Gethsemane dagegen erlebt Jesus schmerzliche Einsamkeit, obwohl vertraute Menschen in seiner Nähe sind. Die Lernenden können beide Situationen vergleichen und Kriterien für stärkendes Alleinsein sowie leidvolle Einsamkeit entwickeln. Dadurch lernen sie, dass nicht die Anzahl anwesender Menschen entscheidet, sondern die Qualität der Beziehung und die Möglichkeit, sich verstanden und getragen zu fühlen.

Der Gedanke der Einsamkeitsfähigkeit eignet sich für eine philosophische Diskussion. Lernende können beurteilen, ob Menschen lernen sollten, zeitweise allein zu sein. Dabei können Lesen, Musik, Gebet, Naturerfahrungen, Kreativität, Erinnerung und Stille als mögliche Ressourcen betrachtet werden. Wichtig ist die Grenze zwischen einer freiwilligen, zeitlich begrenzten Abgeschiedenheit und einer belastenden Isolation. Die Fähigkeit, allein zu sein, darf nicht als Forderung an Menschen missverstanden werden, die unter Einsamkeit leiden. Ebenso wenig ersetzt sie verlässliche Beziehungen und gesellschaftliche Teilhabe.

Eine kreative Methode besteht darin, eine Landkarte der Gemeinschaft zu entwerfen. Darauf tragen die Lernenden Orte ein, an denen Menschen Zugehörigkeit erfahren können, etwa Schule, Familie, Gemeinde, Jugendzentrum, Verein, Bibliothek, Nachbarschaft oder kulturelle Einrichtungen. Anschließend überlegen sie, welche Hindernisse den Zugang zu diesen Orten erschweren und wie sie offener gestaltet werden könnten. Eine andere Aufgabe kann darin bestehen, ein fiktives Gespräch zwischen Jesus und dem Kranken von Betesda zu verfassen. Dabei sollen die Bedürfnisse des Mannes, seine Erfahrung der Einsamkeit und die Bedeutung der Heilung sichtbar werden.

Zur gesellschaftlichen Vertiefung können die Lernenden untersuchen, weshalb Einsamkeit das Vertrauen in Demokratie und Mitmenschen schwächen kann. Wer sich dauerhaft übersehen, ausgeschlossen und ohnmächtig fühlt, ist möglicherweise empfänglicher für einfache Feindbilder, Ressentiments und Verschwörungserzählungen. Daraus ergibt sich die Einsicht, dass der Einsatz gegen Einsamkeit nicht nur eine private, sondern auch eine soziale und politische Aufgabe ist. Kirchen, Vereine und Gemeinden können Begegnungsräume bereitstellen. Entscheidend ist jedoch, dass Menschen dort nicht lediglich versorgt werden, sondern ihre Erfahrungen, Fähigkeiten und Ideen selbst einbringen können.

Als Abschluss können die Lernenden konkrete Handlungsmöglichkeiten entwickeln. Dazu gehören ein aufmerksames Gespräch, eine Einladung, gemeinsames Lernen, ein Besuch, die Beteiligung an einem sozialen Projekt oder die Gestaltung eines offenen Treffpunkts. Dabei sollte besprochen werden, dass einzelne Lernende nicht für die Lösung schwerer persönlicher Probleme verantwortlich sind. Sie können aufmerksam sein und Unterstützung vermitteln, müssen aber professionelle Hilfe nicht ersetzen. Eine mögliche Ergebnissicherung ist ein gemeinsam formulierter Leitsatz, der Einsamkeit nicht als persönliches Versagen beschreibt, sondern als menschliche und gesellschaftliche Herausforderung.


Fragestellungen zum Audio mit Antworten

Worin besteht der Unterschied zwischen Alleinsein und Einsamkeit?

Alleinsein bezeichnet zunächst einen äußeren Zustand. Ein Mensch befindet sich ohne andere Menschen an einem Ort. Einsamkeit ist dagegen eine innere Wahrnehmung. Sie entsteht, wenn die vorhandenen Beziehungen nicht die gewünschte Nähe, Qualität oder Verlässlichkeit besitzen. Deshalb kann ein Mensch gern allein sein und sich trotzdem verbunden fühlen. Umgekehrt kann er von vielen Menschen umgeben sein und dennoch Einsamkeit empfinden.

Warum ist Einsamkeit kein ausschließliches Problem älterer Menschen?

Das Audio verweist darauf, dass während und nach der Corona Pandemie besonders viele junge Menschen über Einsamkeit berichteten. Übergänge, Unsicherheiten, fehlende Begegnungsmöglichkeiten und belastete Beziehungen können Menschen in jedem Lebensalter betreffen. Einsamkeit ist deshalb nicht allein vom Alter abhängig.

Was ist emotionale Einsamkeit?

Emotionale Einsamkeit entsteht, wenn enge und verlässliche Beziehungen fehlen. Ein Mensch vermisst jemanden, dem er vertrauen, persönliche Gedanken mitteilen und in schwierigen Situationen nahe sein kann. Viele oberflächliche Kontakte können diesen Mangel nicht unbedingt ausgleichen.

Was ist soziale Einsamkeit?

Soziale Einsamkeit bezeichnet das fehlende Gefühl, zu einer Gruppe oder Gemeinschaft zu gehören. Sie kann entstehen, wenn Kontakte zu Nachbarschaft, Vereinen, Gemeinden, kulturellen Einrichtungen oder anderen gesellschaftlichen Gruppen fehlen. Gegen soziale Einsamkeit helfen Möglichkeiten zur Begegnung und aktiven Teilhabe.

Warum ist der Mann am Teich Betesda einsam, obwohl andere Menschen anwesend sind?

Der Mann ist von vielen Kranken und vermutlich auch von Menschen umgeben, die ihn versorgen. Trotzdem fehlt ihm eine Person, die seine besondere Not wahrnimmt und ihm hilft, das Wasser zu erreichen. Sein Satz, dass er keinen Menschen habe, beschreibt daher nicht die völlige Abwesenheit anderer, sondern das Fehlen einer verlässlichen Beziehung.

Welche Bedeutung hat die Heilung durch Jesus?

Jesus nimmt den Mann als einzelne Person wahr und spricht ihn unmittelbar an. Durch die Heilung erhält der Mann seine Bewegungsfähigkeit und gesellschaftliche Handlungsfähigkeit zurück. Er kann seinen bisherigen Platz verlassen und wieder am gemeinschaftlichen Leben teilnehmen. Die Heilung besitzt damit eine körperliche und eine soziale Bedeutung.

Warum reagiert die Gemeinschaft nicht nur positiv auf den geheilten Mann?

Der Mann trägt seine Liege an einem Sabbat und gerät dadurch in einen Konflikt mit religiösen Regeln. Die Menschen freuen sich nicht zunächst über seine Heilung, sondern verlangen eine Rechtfertigung. Das zeigt, dass die Rückkehr in eine Gemeinschaft auch mit Erwartungen, Regeln und Konflikten verbunden sein kann.

Welche unterschiedlichen Formen des Alleinseins erlebt Jesus?

In der Wüste wählt Jesus das Alleinsein bewusst. Die Abgeschiedenheit dient der Prüfung, Konzentration und Vorbereitung auf sein öffentliches Wirken. Im Garten Gethsemane erlebt er dagegen schmerzliche Einsamkeit. Seine engsten Begleiter sind zwar anwesend, verstehen seine Angst aber nicht und schlafen ein.

Weshalb spielt die Wüste in religiösen Erzählungen eine wichtige Rolle?

Die Wüste ist ein Ort der Leere, Unsicherheit und Gefährdung. Zugleich ermöglicht sie Distanz zum Alltag und eine besondere Konzentration auf Gott. Biblische Personen wie Jesus und Elia begegnen dort ihren Ängsten, Versuchungen und Grenzen. Die Wüste kann deshalb sowohl Krise als auch Ort neuer Orientierung sein.

Was bedeutet Einsamkeitsfähigkeit?

Einsamkeitsfähigkeit bezeichnet die Fähigkeit, zeitweise allein zu sein, ohne sich vollständig verlassen zu fühlen. Bildung, Fantasie, Erinnerung, Kunst, Musik, Gebet und religiöses Vertrauen können dabei helfen. Diese Fähigkeit macht belastende Einsamkeit nicht bedeutungslos, kann aber einen Menschen im bewussten Alleinsein stärken.

Welche Bedeutung haben Bildung und Religion im Umgang mit Einsamkeit?

Bildung erschließt Gedanken, Geschichten, Bilder und Musik, die auch im Alleinsein geistige Beziehungen ermöglichen. Religion kann das Vertrauen stärken, dass ein Mensch selbst dann nicht völlig verlassen ist, wenn kein anderer Mensch anwesend ist. Religiöse Gemeinschaften bieten außerdem Begegnung, Beteiligung, Seelsorge und gemeinsame Rituale.

Welche Aufgabe haben Kirchen und Gemeinden?

Kirchen und Gemeinden können offene Begegnungsräume schaffen, in denen Menschen unabhängig von Alter, Familienstand oder Herkunft willkommen sind. Sie sollten nicht nur Hilfe für vermeintlich Bedürftige anbieten, sondern gegenseitige Beziehungen ermöglichen. Auch ältere Menschen, Singles und Menschen mit belastenden Erfahrungen besitzen Fähigkeiten, die sie in eine Gemeinschaft einbringen können.

Warum kann Einsamkeit zu einer Gefahr für die Demokratie werden?

Dauerhafte Einsamkeit kann das Vertrauen in Mitmenschen und gesellschaftliche Institutionen schwächen. Menschen, die sich nicht wahrgenommen und nicht zugehörig fühlen, können für Feindbilder, Ressentiments und Verschwörungserzählungen anfälliger werden. Begegnung, Beteiligung und gesellschaftliche Anerkennung stärken deshalb auch eine demokratische Kultur.

Welche Botschaft vermittelt das Audio für den Umgang mit einsamen Menschen?

Einsame Menschen brauchen keine vorschnellen Ratschläge, sondern Aufmerksamkeit, verlässliche Beziehungen und Möglichkeiten zur Teilhabe. Wichtig ist, sie nicht auf ihre Einsamkeit zu reduzieren. Sie sollen als Menschen mit eigenen Erfahrungen, Fähigkeiten und Gestaltungsmöglichkeiten wahrgenommen werden.

Welche zentrale Aussage lässt sich aus dem Audio ableiten?

Der Mensch braucht sowohl tragfähige persönliche Beziehungen als auch die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft. Zugleich kann bewusstes Alleinsein eine wertvolle Erfahrung sein. Einsamkeit ist deshalb differenziert zu betrachten. Sie ist eine persönliche Erfahrung, eine religiöse Frage und eine gesellschaftliche Aufgabe.


Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium in besonderer Weise, um Lernenden einen differenzierten Zugang zu Einsamkeit, Gemeinschaft, Gottesbeziehung und gesellschaftlicher Verantwortung zu eröffnen. Als Einstieg bieten sich Schreibimpulse oder Bildkarten zu den Begriffen allein, einsam, verbunden und geborgen an. Anschließend können Lernende die biblische Erzählung vom Kranken am Teich Betesda erschließen und den Satz „Herr, ich habe keinen Menschen“ auf heutige Erfahrungen beziehen. Methodisch sinnvoll sind Perspektivwechsel, Standbilder, Tagebucheinträge aus Sicht der biblischen Figur oder ein Vergleich mit aktuellen Formen sozialer Isolation. Die Unterscheidung zwischen sozialer und emotionaler Einsamkeit kann helfen, Alltagsbeobachtungen präziser zu beschreiben. Zugleich ermöglicht der Text eine kritische Diskussion über die Rolle von Kirche, Gemeinde, Bildung und öffentlichen Begegnungsräumen. Besonders fruchtbar ist die Spannung zwischen Einsamkeit als leidvollem Beziehungsmangel und Einsamkeit als spiritueller Übungsweg, etwa in Wüste, Gebet und Mystik. Dabei sollte der Unterricht sensibel gestaltet werden, weil eigene Einsamkeitserfahrungen, Trauer, Ausgrenzung oder familiäre Belastungen berührt werden können. Ziel ist es, Lernende zu stärken, Einsamkeit wahrzunehmen, sprachfähig zu werden, biblische Hoffnungsperspektiven zu deuten und konkrete Formen solidarischer Gemeinschaft zu entwickeln.

Hessen

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Sekundarstufe II | E1 Religion und Mensch in einer pluralen Welt

E1.3 Aspekte christlicher Anthropologie.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 11/1 Was ist der Mensch?

11.1 / 2. Der Mensch und seine Mitmenschen.

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