Die Tierethik ist von einer „Doppelmoral“ geprägt. Einerseits zeichnet sie sich durch eine Annäherung zwischen Mensch und Tier aufgrund des größeren Wissens und eines Bedürfnisses nach emotionaler Nähe aus, andererseits gibt es eine Entfremdung und Instrumentalisierung von Tieren in der Nutztierhaltung sowie eine Zerstörung der Lebensräume von Wildtieren, die jedes Maß der bisherigen Kulturgeschichte weit überschreiten. Vor diesem Hintergrund skizziert der folgende Beitrag derzeit führende philosophische und theologische Zugänge zur Tierethik. Besonderes Augenmerk kommt dabei der Reichweite und den Grenzen utilitaristischer, auf Schmerzvermeidung zielender Ansätzen zu. Die besondere Brisanz der Tierethik liegt in ihrer exemplarischen Bedeutung für eine Neuverhandlung der subjektphilosophischen Grundlagen neuzeitlicher Ethik.