Edith Stein konzentriert sich in ihrer Dissertation „Zum Problem der Einfühlung“ auf die Einfühlung als Erkenntnis fremder Subjekte und ihrer Erlebnisse. Doch nicht alle Subjekte haben eine identische Einfühlungsfähigkeit, und außerdem entfaltet sie sich verschieden in ihrem Leben. Inwiefern ist die Liebe zum fremden Subjekt zwar nicht Bedingung für Einfühlung als solche, aber für eine, die der Person in ihrer Einzigartigkeit gerecht wird? Stein stellt zunehmend die Ergebnisse aus dem Erstlingswerk in den Horizont ihrer Auseinandersetzung mit der karmelitischen Spiritualität, in der erfüllende Einfühlung nicht mehr von liebender und wechselseitiger Selbsthingabe getrennt werden kann.