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Geistliche Gemeinschaften – die Spitze eines Eisbergs

Veröffentlichung:1.5.2026

Missbrauch in „Neuen Geistlichen Gemeinschaften" wird in Deutschland trotz zahlreicher Fälle systematisch unterschätzt – Johanna Becks Buch „Mach neu, was dich kaputt macht" dokumentiert spirituellen und sexuellen Missbrauch in der Katholischen Pfadfinderschaft Europas und fordert längst überfällige kirchliche Reformen.

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Der Artikel thematisiert ein in Deutschland weitgehend ignoriertes Phänomen: Missbrauch und Vertuschung in sogenannten „Neuen Geistlichen Gemeinschaften". Während Frankreich durch Céline Hoyeaus Buch „La Trahison des Pères" eine intensive öffentliche Debatte über charismatische Gründerfiguren führt, die sich als Missbrauchstäter entpuppten, wird das Problem in Deutschland nur punktuell diskutiert. Der Vatikan bestätigte 2017, dass etwa 70 solcher Gemeinschaften wegen missbräuchlichen Verhaltens untersucht werden. In Deutschland dokumentierte Alexandra von Teuffenbach Missbrauchsfälle bei Pater Josef Kentenich (Schönstattbewegung), die Katholische Integrierte Gemeinde (KIG) wurde 2020 aufgelöst, und „Totus Tuus – Neuevangelisierung" wurde in Münster beendet. Das besonders kritische Beispiel ist die Katholische Pfadfinderschaft Europas (KPE), eine rechtskatholische Nachwuchsorganisation des „Engelwerks", die die Deutsche Bischofskonferenz 2021 klammheimlich anerkannte – ohne den Betroffenenbeirat zu befragen. Johanna Becks neues Buch „Mach neu, was dich kaputt macht" dokumentiert ihren eigenen Missbrauch durch einen KPE-Pater in den 1990er Jahren und beschreibt die manipulative, angstbasierte spirituelle Indoktrinierung in dieser Gemeinschaft. Bemerkenswerterweise ist Beck Sprecherin des Betroffenenbeirats der Deutschen Bischofskonferenz und hat sich bereits unter dem Pseudonym „Madame Survivante" auf feinschwarz.net gemeldet. Der Täter ist bis heute in Seelsorge aktiv, ohne dass die KPE sich entschuldigt oder Entschädigung geleistet hätte. Becks Bericht veranschaulicht die strukturelle Problematik, die Hoyeau analytisch untersucht: Wie charismatische Anführer unter päpstlicher Unterstützung (besonders unter Johannes Paul II.) Machtverhältnisse ausnutzen, während die Institution Missbrauch systematisch vertuscht und Opfer ausgrenzt.

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