Der Text ist ein persönlicher Dankschreiben eines Kirchenkriegskindes und Betroffenen sexueller Gewalt, der seine tiefe Verletzung durch kirchliche Strukturen artikuliert. Als Kind wurde der Autor von Ordensschwestern gefühlsbetäubt behandelt, und in jüngster Zeit erlebte er weitere Verletzungen durch verschiedene Hierarchieebenen eines Bistums. Trotz dieser traumatischen Erfahrungen versuchte er vor zweieinhalb Jahren, sich der Kirche erneut anzunähern, in der Hoffnung auf Aufklärung, Aufarbeitung und Wiedergutmachung.
In dieser kritischen Phase wurde das Portal GottesSuche für ihn zu einem unverzichtbaren Anker. Es versorgte ihn täglich mit bundesweiten Entwicklungen zum Thema Missbrauch in der Kirche und ermöglichte ihm, lokale Ereignisse in sein Bistum in den größeren Kontext einzuordnen – eine Transparenz, die kein anderes Medium in dieser Komplexität bot. Darüber hinaus vermittelte das Portal hilfreiche Ressourcen, Veranstaltungen und Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen Betroffeneninitiativen. Besonders entscheidend war die empathische Begleitung durch Frau Kerstner, die dem Autor in einer Zeit intensiven Schmerzes – nach seiner Entlassung aus einem Betroffenenbeirat – Halt gab, während die Kirche selbst völlig versagte.
Der Autor kritisiert scharf, wie die institutionelle Kirche kritische Betroffeneninitiativen marginalisiert, während sie sich selbst in Selbstdarstellung übt. Beim Katholikentag wurden die kritischen Betroffeneninitiativen an einen Außenplatz verbannt, während die GottesSucherInnen zwar ausgezeichnet wurden, gleichzeitig aber die Sichtbarkeit der marginalisierten Initiativen aufrechterhielten. Der Autor beklagt zudem die Untätigkeit vieler christlicher Laien, die lieber Unterschriften für verurteilte Priester sammeln als Betroffenen zu glauben und für Transparenz zu kämpfen. Letztlich beschreibt er die GottesSuche als die einzige Form authentischer, gleichberechtigter und traumasensitiver christlicher Seelsorge, die er kennt – eine Kirche, die er nicht mehr verlassen möchte.