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Das wird man ja wohl noch sagen dürfen… Theologie & Weltsynode

Veröffentlichung:1.5.2026

Theologische Forschung zeigt, dass eine echte Synodalität die Aufwertung der Laienstimmen, des sensus fidelium und marginalisierter Gruppen erfordert, während das Kirchenrecht und die Liturgie derzeit noch zu sehr auf hierarchische Strukturen ausgerichtet sind.

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Der Artikel beleuchtet die Beiträge theologischer Forschung zum synodalen Prozess der Kirche und basiert auf den „Theologischen Tischvorlagen für die Synode 2023", einer Sammlung von akademischen Analysen zu synodalen Themen. Unter Theologen, Liturgiewissenschaftlern und Kanonisten besteht Konsens darüber, dass die Rolle des Bischofs und des Weiheamtes grundlegend neu durchdacht werden muss. Während die lehramtliche Theologie den Bischof vertikal als von Papst ernannt und von Christus beauftragt versteht, plädiert die wissenschaftliche Literatur für ein Verständnis des Bischofs in Gemeinschaft mit seinem Volk – im Sinne Augustins als „für euch Bischof, mit euch Christ". Dies betrifft auch die Liturgie: Theologen weisen darauf hin, dass aktuelle liturgische Praktiken oft eher die Unterscheidung zwischen Zelebrant und Gemeinde betonen, statt die Gemeinschaft als Subjekt des Glaubensgebets hervorzuheben. Das geltende Kirchenrecht konzentriert sich stark auf das Lehramt der Bischöfe, ohne eine entsprechende Verpflichtung einzubeziehen, den sensus fidelium – den Glaubenssinn der Gläubigen – zu erforschen. Bemerkenswert ist die marginalistische Behandlung des sensus fidelium in offiziellen Synodendokumenten: während die theologische Forschung 2013-2023 diesem Konzept große Bedeutung beimisst, findet es in lehramtlichen Texten deutlich weniger Erwähnung. Schließlich zeigt sich ein erhebliches Defizit bei der Behandlung marginalisierter Stimmen: Die Beteiligung von Frauen und Fragen der sozialen Gerechtigkeit – von Inkulturation bis zum Umweltschutz – werden weder in der wissenschaftlichen noch in der offiziellen Literatur ausreichend thematisiert, obwohl sie für eine authentische synodale Praxis unerlässlich sind.

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