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feinschwarzCarl Wilhelm Macke

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Carl Wilhelm Macke

Lob der Aufklärung, aber… Widersprüchliche Kindheitserinnerungen

Veröffentlichung:1.5.2026

Ein Autor reflektiert über seine Kindheit als Ministrant in der vorkonziliaren katholischen Kirche und schildert die sinnliche Faszination liturgischer Rituale sowie die später erkannte Verlogenheit und Bevormundung durch klerikale Autoritäten.

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Der Autor erzählt von seinen Erfahrungen als Messdiener in Südoldenburg bis in die 1960er Jahre und beschreibt zunächst die sinnliche Präsenz des katholischen Glaubens in dieser Zeit. Er erinnert sich an die intensive Reizüberflutung durch Weihrauch, farbige Ornate, lateinische Gebete und das aufwendige Zeremoniell des Hochamtes, das für ihn trotz oder gerade wegen seiner Unverständlichkeit eine tiefe Faszination ausübte. Die barocke Ästhetik dieser Rituale – von Fronleichnams- und Erntedankprozessionen bis zu katholischen Sportfesten – prägte sein ästhetisches Empfinden nachhaltig und verband sich später mit seiner Liebe zur modernen Lyrik und Poesie. Dem gegenüber schildert der Autor die Schattenseiten dieser klerikalen Welt: die Verlogenheit und Bigotterie von Pfarrern, Lehrern und Klosterschwestern, die devoten Frömmeleien einer ganzen Institution, sowie die Zensur und Bevormundung, die unter dem Deckmantel christlicher Moral ausgeübt wurde. Exemplarisch beschreibt er, wie Pfarrer in den 1960er Jahren vor Kinos standen, um Filmbesuche zu unterbinden, etwa Ingmar Bergmanns „Das Schweigen", das sie als Teufelswerk verdammten, ohne es je gesehen zu haben. Diese kirchliche Autorität erodierte durch solche Aktionen selbst und machte dem Autor bewusst, dass die demokratische, säkulare Gesellschaft eine andere moralische Grundlage besaß als die noch mittelalterlich wurzelnde Kirche.

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