Feinschwarz.net feiert sein zehnjähriges Bestehen als Überraschungserfolg. Das Projekt, das 2015 von theologischen Lehrenden mit katholischem Hintergrund gestartet wurde, ist über die Jahre gewachsen und hat sich für evangelische Perspektiven geöffnet. Die Redaktion dankt allen Lesenden, Autorinnen und Autoren sowie dem engagierten Team für das gemeinsame Tragen des Magazins. Neue Formate wie fs.science und der Podcast „dieseseineleben" wurden von der Leserschaft gut angenommen und zeigen die Vitalität des Projekts.
Gleichzeitig bilanziert die Redaktion eine veränderte Welt: Seit 2015 haben sich weltpolitische, innenpolitische und religiöse Verhältnisse verschärft. Der Aufstieg autoritärer Regimes und des Rechtspopulismus, die Transformationen der Medienlandschaft, die Vertrauenskrise der katholischen Kirche durch Missbrauchsskandale und die Ausbreitung religionsdesinteressierter Lebensstile prägen den Kontext. Besonders bemerkenswert bleibt die Spannung zwischen Papst Franziskus' rhetorischem Bruch mit konstantinischer Machtlogik und der ausgebliebenen institutionellen Umsetzung. In diesem komplexen Kontext versteht sich feinschwarz weiterhin als kritische Stimme im thematischen Dreieck von Gesellschaft/Politik, Kirche/Religion und Kunst/Kultur – mit dem Ziel, christliche Traditionen und Praktiken für zeitgenössische Reflexion fruchtbar zu machen. Mit einer erweiterten Redaktion, bestehend aus Jonas Maria Hoff, Marianne Heimbach-Steins und Regina Elsner, setzt das Magazin seinen Weg fort.