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Daniel Kosch

Kämpfen, glauben, hoffen – ein Leben für die Völker in Amazonien

Veröffentlichung:1.5.2026

Bischof Erwin Kräutler wird mit dem Herbert Haag Preis für sein prophetisches Lebenswerk geehrt: sein Engagement für indigene Völker und Amazonien, für Umweltschutz und eine synodal-geschlechtergerechte Kirche.

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Der Artikel würdigt Bischof Erwin Kräutler, der von 1981 bis 2015 das Bistum Xingu in Brasilien leitete und nun mit dem Herbert Haag Preis ausgezeichnet wird. Trotz wiederholter Bedrohungen und Mordanschlägen engagierte sich der österreichische Bischof unerschütterlich für drei zentrale Anliegen: den Schutz der Umwelt und des Klimas, die Verteidigung der Rechte indigener Bevölkerung sowie die Transformation der Kirche zu einer nicht-klerikalistischen, geschlechtergerechten Institution, die Menschen an der Peripherie begleitet. Bemerkenswert ist Kräutlers prophetische Kirchenkritik: Obwohl er Papst Franziskus schätzte und dessen Synodalvision teilte, kritisierte er deutlich, dass das Thema Frauenordination aus dem Synodenprogramm 2024 ausgeblendet wurde. Er fordert konsequent ein, dass „die Weihegnade Frauen nicht länger verweigert werden" darf. Ebenso kritisiert er die Beibehaltung hierarchischer Machtstrukturen und mahnt an, dass die Kirche sich aus ihrer „geschützten Geborgenheit" in die Marginalisierung der Peripherien hineinwagen müsse. Ein neu erschienenes Buch unter dem Titel „Prophetische Kirche in Amazonien" dokumentiert Kräutlers Wirken. Die Hinführung von Sr. Birgit Weiler betont, dass er das Zweite Vatikanische Konzil authentisch umsetzt, indem er indigene Völker in ihrer Würde, ihren Rechten und ihrer Kultur anerkennt und auf Augenhöhe mit ihnen arbeitet. Durch seine langjährige Präsidentschaft des katholischen Missionsrats CIMI erneuerte Kräutler das Missionsverständnis grundlegend: Mission bedeutet nicht Bekehrung, sondern prophetisches Zeugnis und solidarischer Einsatz für Menschenrechte. Charakteristisch ist die Verbindung von Mystik und Prophetie in seinem Wirken – seine Kraft speist sich aus der Kontemplation, während er zugleich Missstände anprangert. Kräutler sieht seine Rolle darin, nicht für die Armen zu sprechen, sondern sie zu befähigen, selbst ihre Stimme zu erheben.

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