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TheoWebStein MargitVeronika Zimmer

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Veronika Zimmer

Interreligiöse Freundschaftsbeziehungen christlicher und muslimischer junger Menschen mit und ohne Migrationshintergrund – ein Vergleich auf Basis einer qualitativen Interviewstudie

Veröffentlichung:1.5.2026

Haben junge Christen und Muslime wirklich interreligiöse Freundschaften? Eine qualitative Studie mit 62 Interviews zeigt: Die Schule ist der Schlüssel – und religiöse Überzeugung entscheidend.

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Wie entstehen Freundschaften zwischen jungen Christen und Muslimen – und unterscheiden sie sich grundlegend von rein religiös homogenen Freundeskreisen? Der vorliegende Beitrag geht dieser Frage nach, indem er mono- und interreligiöse Freundschaften von 18- bis 25-Jährigen systematisch vergleicht. Die Studie basiert auf 62 qualitativen Interviews, die nach Mayrings Inhaltsanalyse ausgewertet wurden und überraschende Befunde liefern: Etwa 43 Prozent der befragten christlichen und 64 Prozent der muslimischen Jugendlichen haben auch Personen anderer kulturell-religiöser Herkunft im engsten Freundeskreis. Der gemeinsame Schulbesuch erweist sich als wichtiger Facilitator für interreligiöse Kontakte, während eine starke Orientierung an der eigenen Religion eher zu monoreligiösen Freundschaften führt. Der Beitrag verankert diese empirischen Befunde theoretisch in der wissenschaftlichen Freundschaftsforschung und der Kontakthypothese nach Allport. Er zeigt, dass Freundschaften im Jugendalter weit mehr sind als instrumentelle Beziehungen: Sie sind von Vertrauen, gegenseitiger Loyalität, Intimität und gemeinsamen Erlebnissen geprägt – und gelten jungen Menschen als das höchste Gut. Allerdings gibt es eine starke Tendenz zur Homogenität in der Freundschaftswahl: Menschen wählen sich typischerweise aufgrund ähnlicher Werte, Interessen und kulturell-religiöser Hintergründe aus. Der Text arbeitet heraus, dass interethnische und interreligiöse Freundschaften nicht nur persönlich bereichernd wirken, sondern auch messbare positive Effekte auf Vorurteilsabbau, kulturelle Offenheit und Selbstwertgefühl haben – besonders bei jungen Menschen mit Migrationshintergrund. Damit trägt dieser Beitrag zu einem bislang unterbelichteten Forschungsbereich bei: während interethnische Freundschaften gut dokumentiert sind, fehlte es an empirischer Forschung zu interreligiösen Freundschaften und deren Auswirkungen auf religiöse Vorurteilsstrukturen.

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