Julia Drube berichtet aus ihrer Unterrichtspraxis im Rahmen eines Schulpraktikums an der Universität Kassel (Kasseler Modell). Im Mittelpunkt steht eine Unterrichtseinheit zum Thema ‚Wunder' für eine Klasse 8, die sie gemeinsam mit einem Kollegen gestaltete. Das Kasseler Modell sieht vor, dass explizit auf das Theologisieren vorbereitete Studierende mit SchülerInnengruppen arbeiten, während MentorInnen den Prozess filmisch begleiten und reflektieren. Drube schildert konkret, wie die Sturmstillungsperikope (Mk 4,35–41) eingesetzt wurde: Diskussionsrunden, kreative Auslegungsmethoden und die Frage nach der Glaubwürdigkeit von Wundern wurden kombiniert. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Interessenentwicklung der SchülerInnen: Anfangs skeptisch und still, entwickelten viele eine echte Auseinandersetzung mit dem Thema. Die Autorin zeigt, dass der Zugang über Alltagserfahrungen (Stille, Sturm im Leben) und offene Diskussionsformate das Potenzial biblischer Wundererzählungen im naturwissenschaftlich geprägten Weltbild Jugendlicher erschließen kann.