Dörthe Vieregge präsentiert Ergebnisse einer qualitativ-empirischen Studie zur Religiosität sozial benachteiligter Jugendlicher in Hamburg. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Kinderarmut in Deutschland trotz guter Wirtschaftslage ansteigt (ca. 14,7%), und dass bislang wenig bekannt ist, wie gesellschaftliche Marginalisierungserfahrungen das religiöse Selbstverständnis von Jugendlichen beeinflussen. Die Studie analysiert zwei zentrale Bereiche: die sozialen Beziehungen der Jugendlichen und die materiellen Rahmenbedingungen ihrer Lebenswelt. Für beide Bereiche werden Zusammenhänge zu religiösen Deutungsmustern aufgezeigt. Ergebnisse zeigen u.a., dass Religion für manche Jugendliche aus benachteiligten Milieus eine wichtige Ressource für Sinnstiftung, Gemeinschaft und Resilienz darstellt, während andere trotz schwieriger Lebensumstände keine religiöse Bindung entwickeln. Der Beitrag diskutiert Implikationen für religiöse Bildung im Kontext sozialer Benachteiligung.