Religiöse Bildung in der Schule war lange Zeit liturgisch geprägt bis liturgische Daniel Seper Worship goes to school Gottesdienst macht Schule BGarsuinc dpprrininczipipleiesn o efi nae cr aktahtohloicl isdcidhaecnt iLcistu orfg liietduirdgayktik Abstract Religious education in school was for a long time liturgically shaped until liturgical formation was no longer seen as a task of it but of parish catechesis. Current approaches try to develop a didactics of liturgy that is adapted to the school as a place of learning. The deficit of worship experience is a central challenge. One of the ways of reacting to this is with the help of performative didactics in order to enable practical experiences that, framed in reflection, form the basis for engagement with liturgy. Keywords liturgy – worship – performative didactics – school – religious education – catholic Daniel Seper: Gottesdienst macht Schule. Grundprinzipien einer katholischen Liturgiedidaktik ÖRF 29 (2021) 1, 193–209 • DOI: 10.25364/10.29:2021.1.12 195 Hinführung Frisch von der Uni startet eine Lehramtsstudentin in einer niederösterreichischen Mittelschule ihre berufliche Laufbahn. Sie ist die einzige Lehrerin für katholischen Religionsunterricht an der Schule, deren SchülerInnen zum größten Teil katholisch sind. Als ob sie mit der Vorbereitung ihres Unterrichts nicht schon genug zu tun hätte, wird sie in ihrer ersten Woche als Lehrerin auch noch damit beauftragt, den Gottesdienst zur Eröffnung des Schuljahres zu organisieren. Für diese Eucharistiefeier soll sie sich mit dem Ortspfarrer absprechen. Sie bereitet einige Lieder vor und sucht im Internet nach Fürbitten für einen solchen Gottesdienst. Das Beispiel bestätigt zunächst einmal die Feststellung von Josef Schermann, dass von ReligionslehrerInnen fast selbstverständlich erwartet wird, Schulgottesdienste vorzubereiten und zu gestalten – häufig übernehmen sie auch die Leitung.1 Es führt gleichzeitig vor Augen, dass Lehrende damit oft überfordert sind.