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Bettina BrandstetterÖsterreichisches Religionspädagogisches FORUM

Bettina Brandstetter,

Österreichisches Religionspädagogisches FORUM

Die umstrittene Religionspluralität im Kindergarten

Veröffentlichung:1.1.2018

Die Frage nach religiöser Pluralität stellt sich im Kindergarten virulent, weil man ihr an diesem Ort nicht ausweichen kann. Da PädagogInnen die Identitätsentwicklung aller Kinder sensibel begleiten wollen, eröffnen sie Zwischenräume, in denen Identitätsdiskurse und Machtverhältnisse bearbeitet werden können. Der Kindergarten kann so als konkreter Aushandlungsort religiöser Identitäten für eine pluralitätsfähige Religionspädagogik ein Lernort sein.

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Bettina Brandstetter analysiert die Herausforderungen religiöser Pluralität im Kindergartenalltag aus einer erziehungswissenschaftlich-theologischen Perspektive. Im österreichischen Kontext ist religiöse Bildung im elementarpädagogischen Bereich weniger geregelt als in der Schule; der Bundesländer-übergreifende Bildungsrahmenplan gibt lediglich Orientierung. In der Praxis zeigen sich unterschiedliche Reaktionsweisen auf religiöse Vielfalt: von der Exklusion religiöser Inhalte über eine christliche Selbstbehauptung bis hin zu synkretistisch-relativistischen Ansätzen. Brandstetter entwickelt das Konzept des ‚Zwischenraums' (nach Homi Bhabha): Kindergartenpädagoginnen schaffen solche Zwischenräume, wenn sie Begegnungen zwischen Kindern unterschiedlicher religiöser Hintergründe ermöglichen, ohne dabei Identitätspolitiken zu ignorieren. Eine diskurssensible Religionspädagogik nimmt Machtgefälle und Identitätskonstruktionen wahr und arbeitet mit ihnen. Der Kindergarten wird so zum Aushandlungsort religiöser Identitäten, der – richtig gestaltet – eine pluralitätsfähige Religionspädagogik befördern kann.

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